Einbau der Kameras Robot I und II, EK 16 und Rb 12,5/7x9

( Focke Wulf Fw 190 )

 

Vorbemerkung

Die fotographische Dokumentation von Kampfhandlungen oder bei der Aufklärung, stellte auch bereits im ersten und zweiten Welt-Krieg einen wichtigen Faktor bei der Beurteilung von Truppenbewegungen, Frontlinienverläufen oder bei der Anerkennung eigener Abschüsse dar. Die Fw 190 konnte nachträglich mit einer Kleinbild- oder Schmalfilmkamera und für die Aufklärung und den Nachweis des Angriffserfolges als Schlachtflugzeug bzw. Jagdbomber mit zwei Reihenbildgeräten ausgerüstet werden. Eine weitere Möglichkeit bestand in der Verwendung besonders der EK16 als Abkommkamera bei Übungseinsätzen. Durch die Justierung der Kamera parallel zum Revi konnte so statt des üblichen Zielschießens der billigere Film „verpulvert" werden. Durch den Film war es auch möglich dem Piloten, seine Fehler beim Zielanflug nachzuweisen.

 

 

1. Die Kleinbildkameras Robot I und II

 

FI.57965-5 "Robot II" Bordkamera

- zur Aufklärung

 

Hersteller : Robot

 

Für die Flugzeugmuster Fw190A-2 bis A-5 und A-4/U3, A-5/U3, A-4/U8, A-5/U8 kann eine Kleinbildkamera Typ „Robot" mit dem Filmformat 24 x 24 mm in der Flügelnase der linken Tragfläche eingebaut werden. Die Kamerahalterung ist durch eine Klappe zwischen Rippe 4 und 5 verdeckt. Diese Klappe ist durch ein Scharnier an der Unterseite befestigt und wird nach vorn aufgeklappt. Auf der Klappe ist die Grundplatte für die Robotkonsole angebracht.

Zum Verschließen der Klappe dient ein Schnellverschluß. Das Scharnier wird durch das Loch für das Objektiv unterbrochen.

 

Fw 190 A-2 und A-3, Robot II in linker Flächennase

 

Die Klappe ist außen neben dem Fahrwerkslager angebaut. Bei späteren Flugzeugen ist die Grundplatte nicht an der Klappe, sondern direkt am Vorderholm des Flügels befestigt. Bei diesen Maschinen ist die Klappe außerdem mit Schrauben gesichert. Die Klappe ist vorgewölbt und hat zwei Verstärkungsrippen. Das Loch für das Kameraobjektiv durchbricht wegen der geänderten Klappenabmessungen nicht mehr das Scharnier. Bei den Flugzeugen, die nicht mit einer für den Roboteinbau vorgesehenen Fläche ausgerüstet sind, ist der nachträgliche Umbau der Fläche möglich. Durch die Verwendung vorgefertigter Teile, die gegebenenfalls auch nach Zeichnung angefertigt werden können, können die Nasenklappe und die entsprechenden Lagerungen und Leistungen eingebaut werden.

 

Nasenklappe geöffnet, Robot in Konsole befestigt
Konsole für Robot an Nasenklappe geschraubt

Konsole

 

Konsole mit Kamera

 

Die Kamerahalterung mit Kamera wird auf die Auflageplatte für Robot geschraubt und auf das Konsol am Holm oder an der Klappe gesetzt. Nach Anschließen der elektrischen Leitung und Schließen der Klappe ist die Kamera betriebsbereit. Die Robotkamera wird durch einen Boschknopf N 15 am Steuerknüppel betätigt. Zur Vermeidung von Bildverwackelungen können 3 Schwingelemente zwischen dem Haltebock der Klappe und der Befestigungsplatte eingebaut werden. Die beiden Robot-Typen Robot I und II sind im technischen Aufbau gleich.

 

Fw 190 A-2 mit Auslöseknopf N15 auf der linken Konsole(Beachte: Typenschild an der linken Bordwand)

 

Sie unterscheiden sich nur durch die Verwendung anderer Objektive:

Typ Objetiv Lichtstärke Brennweite Normale
Robot I Zeiß Boitar 1:2 40 mm 1000m
Robot II Schneider / Tele-Xenar 1 : 3,8 75 mm 2000 m

Die Kamera wird entsprechend der Reflexvisiereinstellung justiert.

Fw 190 A-3 mit der neuen Kameralagerung am Holm
Robot II mit Schneider Tele-Xenar Objektiv am Holm in der linken Flächennase

 

 

2. Die Schmalfilmkamera EK 16

Im Gegensatz zu der oben beschriebenen Anlage, die höchstens für kurze Bildfolgen verwendet wird, ist mit der Schmalfilmkamera EK16 der Fa. Zeiss Ikon, Dresden, die Filmung eines ganzen Angriffsverlaufes möglich.

Die Kamera dient als Abkommkamera und wird mit der Betätigung des Abfeuerhebels am Knüppelgriff eingeschaltet. Um die Kamera auch von den starren Bordwaffen unabhängig verwenden zu können, kann sie durch den oben schon beschriebenen Bosch-Knopf ausgelöst werden. Für die Überwachung der Kamera ist eine Kontrolllampe in dem Armaturenbrett sowie der Schalter für die Kameraheizung eingebaut. Die EK 16 wird ebenfalls in der linken Flächennase statt der Robot I/II an der gleichen Stelle eingebaut. Die Robotplatte wird aber durch eine spezielle Platte auf die Konsole in der Flügelnase gesetzt. Die Justierung durch eine Justierplatte entspricht der Robot-Justierung. Diese Justierplatte wird einmal eingestellt und verbleibt dann in der Konsole, Die EK 16 kann also ein- und ausgebaut werden, ohne neu justiert werden zu müssen.

Nach dem Anschluß der elektrischen Verbindungen ist die Kamera betriebsbereit. Die EK 16 kann bei allen Fw 190 A-2 bis A-5 eingebaut werden.

 

Schmalfilmkamera EK 16 (Modell) statt der Robot

 

 

3. Einbau Rb 12,5/7x9

Fw 190 A-3 Werk Nr. 447 ohne Abwurfwaffen

 

Die Schlachtflugzeuge der Baureihe Fw190A-4/U3 und A-5/U3 sowie die Jagdbomber Fw190A-4/U8 und Fw190A-5/U8 konnten nachträglich mit dem Rb 12,5/7x9 Bildgerät ausgerüstet werden, Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die Flugzeuge
später umbenannt wurden:

 

Fw 190 A-4/U3 wurde zur Fw 190 F-1 umbenannt, kleine Stückzahl gebaut
Fw 190 A-5/U3 wurde zur Fw 190 F-2 umbenannt, größere Stückzahl gebaut
Fw 190 A-4/U8 wurde zur Fw 190 G-1 umbenannt
Fw 190 A-5/U8 wurde zur Fw 190 G-2 umbenannt

 

Die beiden Reihenbildgeräte Rb 12,5/7x9 werden im hinteren Rumpf der Fw190 eingebaut. Die Geräte sind durch die seitliche Rumpfklappe zugänglich. Der Einbau erfolgt so, daß die beiden Geräte um 12° zueinander verschwenkt sind. Im Führerraum ist auf der linken Gerätebank der Betätigungshebel für die Bodenklappe unter den Geräten angebracht und auf der rechten Gerätebank ist der Schalter für die Kameras befestigt. Das Einpassen der Bodenplatte erfolgt auf der unteren Rumpfschale hinter der alten Umformer-Grundplatte. Der Drahlzug zum Öffnen der Bodenklappe verläuft an der linken Rumpfwand bis zum Betätigungshebel auf der linken Gerätebank. Die Reihenbildgeräte werden durch Schwingelemente der Fa. Conti gegen das Verwackeln der Aufnahme durch Erschütterungen gesichert.

Linke Gerätebank mit Öffnungshebel für die Bodenklappe
Rechte Gerätebank mit Schalter für die Rb 12,5/7x9

 

An den Geräten werden statt der Handgriffe Winkel angeschraubt, die zur Lagerung dienen. Zwischen den beiden Öffnungen der Bodenklappe ist eine Lagerbrücke. Auf der alten Umformer-Grundplatte ist der vordere Lagerbock für die vordere Kammer, auf der Lagerbrücke sind zwei Lagerböcke, von denen der hintere für die vordere Kammer und der vordere für die hintere Kammer ist. Die hintere Kammer hat ihren zweiten Lagerbock am Spant.

 

Fw 190 A-3, Werk Nr. 201 mit 2 Rb 12,5/7x9 im Rumpf hinten

 

Bodenklappe für die Rb geschlossen
Bodenklappe geöffnet, in Bildmitte die Lagerbrücke
   
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FW 190 A-3 U4 mit Rb 12,5, 7 x 9-Kamera geöffnet

FW 190 A-3 U4 mit Rb 12,5, 7 x 9-Kamera geschlossen
   
Reihenbildgerät (langes Opjektiv)
Reihenbildgerät mit Kiste

Einbau in grössere Flugzeutypen


Fw 190 A-4/U8 Jagdbomber mit vergrößerter Reichweite

 

Fw 190 A-5/U3 Schlachtflugzeug

 

FW 190 A-8 U1, Doppelsitzer, Trainer (S-8)