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Titel Bordkanone BK 37

 

 

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I. Anmerkung

II. Beschreibung

III. Technische Daten

IV. Dokumente

V. Bilder

 

 

 

Bordkanone BK 5 cm

Waffe aufgebockt, von rechts

 

 

Anmerkung :

Als etwa zu Mitte des 2. Weltkrieges die Alliierten begannen, mit großen Pulks ihrer schweren Bomber Deutschland anzugreifen, mußte man in Deutschland die Erfahrung machen, daß mit den herkömmlichen Bordwaffen gegen die stärker gewordene Panzerung nicht viel auszurichten war. Obwohl mit der BK 3,7. gute Erfolge erzielt werden konnten, wurde die Forderung nach einem größeren Kaliber gestellt.

Weil aber die Zeit drängte und man nicht viel Zeit für die Entwicklung einer völlig neuen Waffe verlieren wollte, wurde vorgeschlagen, die Kampfwagenkanone im Kaliber von 5 cm, die KwK 39, für den Einbau und die Verwendung in Flugzeugen umzubauen.

 

Bericht 165 Unterlües

 

Unterlues

 

 

Die Aufträge ergingen an die Firmen Mauser und Rheinmetall. Mauser konstruierte die Waffe zur MK 214 A um, die wir berreits in einem Artikel auf der Homepage beschrieben haben, und Rheinmetall schuf die 5 cm B.K. BK = (Bordkanonen), die unter diesem Namen auch eingeführt wurde.

 

Schattenris Me 410 BK 5
Skizze Me 410 mit BK 5 Einbau

 

Obwohl der Auftrag an Rheinmetall erst im Januar 1943 erteilt wurde, konnten die ersten Musterstücke bereits im Juni 1943 vorgelegt werden. Sie entsprachen den Erwartungen für den vorgesehenen Einbau in die Me 410, so daß man beschloß, die Serienproduktion anlaufen zu lassen. Bereits im September 1943 konnten 20 Stück der Nullserie abgeliefert werden und bis Februar 1944 waren es rund 300 Stück. Inzwischen wurde die Produktion gestoppt, aus Gründen, die wir noch im einzelnen erwähnen werden.


Zunächst erfolgte also der Einbau, wie vorgesehen, in den Zerstörer von Messerschmitt, die Me 410, wodurch die Muster und Me 410 A-1/U 2, und Me 410 B-1/U 4 entstanden (siehe dazu unten folgend "Umbauten Zeitliste"). Zu den Baumustern Me 410 A-1/U 4 (Behelfszerstörer mit BK5 (nur Umrüstungen)) und Me 410 B-2/U 1 (geplanter Zerstörer mit BK 5) gibt es auch ein Flugzeug-Handbuch (stand ist der April 1944).

 

Bericht vom 05.01.1944

Handbuch (April 1944) pdf. Grösse 11 MB

D(Luft) T 2410 A-1 /U-4, / Bedienvorschrift 5 cm BK Wa / April 1944, 37 Seiten

 

 

Die Waffe war so beschaffen, daß man sie ohne Veränderung der Außenform in den Bombenraum der Me 410 einbauen konnte. Die ersten Schießversuche waren sehr zufriedenstellend. Bei der Erprobung in der Luft zeigte sich eine starke Kopflastigkeit des Flugzeuges, weshalb man Trimmgewichte im Heck un- terbringen mußte, womit aber der Nachteil nicht ganz ausgeglichen werden konnte. Immerhin wurden die so umgerüsteten Me 410 beim Erprobungskommando 25 und beim Zerstörer-Geschwader 26 eingesetzt. Insgesamt sollen rund 60 Me 410 mit der 5 cm B.K. ausgestattet worden sein. Neben der immer noch leichten Kopflastigkeit machte sich noch ein Nachteil bemerkbar. Gehörte doch schon vorher die Me 410 A-1 mit ihren 624 km/h nicht gerade zu den schnellsten Flugzeugen, so verlor sie durch den Einbau der 5 cm B.K. nochmals an Geschwindigkeit und wurde für die vorgesehene Aufgabe uninteressant, weil zu langsam.

Deshalb wurde die Produktion der B.K. vorerst gestoppt.

 

Me 410 A-2 U4 BK5

Abb.1: Schiessversuche mit der Messerschmitt Me 410 A-1/U 2 : mit BK 5

 

 

Weil man aber genügend Waffen zur Verfügung hatte, beschloß man sie noch in andere Flugzeuge einzubauen. So wurden z. B. 32 Junkers-Flugzeuge Ju 88 A-4 mit der 5 cm B.K. umgerüstet und als Ju 88 P-4 benannt. Auch diese Version wurde aber dadurch zu schwerfällig und bewährte sich nicht.

 

Me 410 BK 5 Frontseite

Abb.2: Wie Abb. 1- Ansicht von vorn !


Bei Focke-Wulf wurde die Einbaumöglichkeit der5 cm B.K. in die Ta 154 C untersucht. In dem Bericht vom 5.1.1944 über diese Untersuchung wurde die Eignung dieser Waffe nicht gerade verneint, aber es hätten am Flugzeug so viele Änderungen vorgenommen werden müssen, daß sich der Umbau nicht lohne.

 

 

Bericht vom 05.01.1944

Bericht vom 5.1.1944 pdf. Datei - Grösse 1 MB

 

 

Und zwar hätten bei der Ta 154 C von der bisherigen Bewaffnung 1 MK 108 oben rechts, 1 MK 108 Mitte und 1 MK 103 unten ausgebaut werden müssen, um eine 5 cm B.K. an der rechten Seite unterbringen zu können. Die dann immer noch vorhandene Kopflastigkeit hätte durch den Einbau von 50 kg Ballast im Rumpfheck ausgeglichen werden müssen. Dadurch würde aber ein Mehrgewicht für das Flugzeug von 220 kg entstehen und damit ein Geschwindigkeitsverlust von etwa 10 km/h. Die Hauptgründe aber für das Fallenlassen dieses Projekts waren, daß die Waffe in der vorliegenden Form nicht hätte verwendet werden können. Die Patronenzuführung hätte man ändern müssen; der Funker hätte aus den im FT-Raum untergebrachten Kästen die Patronen entnehmen und ein neu zu schaffendes Magazin mit einem trichterförmigen Einlauf mit etwa fünf Schuß füllen müssen; die Förderanlage hätte mit einem untersetzten Elektromotor angetrieben werden müssen, der die zwei 3000-W-Generatoren der Maschine mit weiteren 1000 W belasten würde usw. usw. Außerdem konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht geklärt werden, ob die vorhandene Bugkappe gegen den starken Gasschlag hinter der Mündungsbremse der B.K. hätte ausreichend verstärkt werden können. Notfalls hätte man die Rumpfnase verkürzen müssen, was aber eine aerodynamische Verschlechterung mit sich gebracht hätte.

 

Me 410 BK 5 vor dem Start

Abb.3: Me 410 A-1/ U 2 mit 5 cm B.K. vor dem Start

 

Vorbereitungen Me 410

Abb.4: Vorbereitung der Flugzeuge von Abb.3 zum Abflug

 

 

Aus dem Gesagten ist zu ersehen, daß eine an sich gut konzipierte Waffe praktisch wertlos wird, wenn nicht von vornhinein auch das Flugzeug für die Unterbringung eben dieser Waffe gestaltet ist. Aus den aufgeführten Gründen ist die Produktion dieser Bordkanone nach dem Februar 1944 nicht wieder aufgenommen worden.

Me 410 mit BK 5 cm

Abb.5: Übersicht der 5 cm B.K. mit abgedeckter Mündungsbremse!

 

Beschreibung :

 

Wie bereits erwähnt, wurden wesentliche Teile wie Rohr, Verschluß und Wiege von der KwK 39 übernommen. Neu geschaffen werden mußte die automatische Patronenzuführung, das Magazin, die elektrische Abfeuerung und die damit zusammenhängenden Einrichtungen. Das Magazin, in dem ein endloser Gurt mit 22 Patronen untergebracht war, wurde als Ring um die Waffe gelegt. Mit einem automatischen Ladegerät wurde die Patrone aus dem Gurt entnommen und über einen Ladetisch mit einem Ladestock in das Patronenlager des Rohrs eingelegt. Nach dem Abschuß wurde die leere Patronenhülse aus dem Rohr gezogen und der Ladevorgang wiederholte sich.

 

Verscluss der BK 5

Abb 6: Verschlußteile von der KwK 39

 

Verschluss BK 5

Abb 7: Rückholeinrichtung für Ladetisch

 

Endlos Gurt
Gurt BK 5
Abb 8: Endlos-Gurt mit 22 Patronen
Abb 9: Endlosgurt mit einer Patrone, geöffnet

 

 

Theoretisch hätten die 22 Schuß vollautomatisch hintereinander abgegeben werden können. In Wirklichkeit traten jedoch sehr oft Ladehemmungen auf, die im Flug nicht behoben werden konnten. Die leeren Patronenhülsen wurden nach hinten unten ausgeworfen.

 

Munitionsblatt BK 5

Munitionsblatt für 5 cm BK 5 Datei - Grösse 0,5 MB

 

 

 

Natürlich mußte auch eine neue Mündungsbremse geschaffen werden, die aber leider so beschaffen war, daß der Flugzeugführer beim Abschuß der Waffe durch den Gasschlag in der Sicht behindert wurde.

 

Mit der vorhandenen Munition, Panzersprenggranate und Minengranate, konnten ausgezeichnete Erfolge errungen werden. Bei einem Auftreffwinkel von 65 Grad durchschlug die Panzersprenggranate (allerdings bei einer Entfernung von nur 100 m) 65 mm Panzerung. Mit der Minengranate wurde bei Versuchen am Boden der Rumpf einer He 111 buchstäblich in zwei Hälften gerissen.

 

Technische Daten BK 5 cm:

 

Ganze Länge
4342 mm
Rohrlänge
3040 mm
Waffengewicht
540 kg
Rohrgewicht
245 kg
Schußfolge
45 Schuß/min
V° für Minengranate
920 m/s

Bericht vom 05.01.1944

Datenblatt der Waffe pdf. Datei - Grösse 0,5 MB

 

 

Bilder:

 

Die Einzelteile der Waffe sind aus den Bildern ersichtlich.

 

BK 5 von links

Abb 10: Waffe auf einem Versuchsstand, von links

 

Blick von rechts vorn
Blick von rechts hinten
Abb 11: Blick von rechts vorn auf das ringförmige Magazin.
Abb 12: Blick von rechts hinten auf die Waffe.

 

BLick von links hinten

Abb 13: Blick von links hinten auf die Waffe. Im Magazin ist eine Patrone sichtbar!

 

 


Die 5 cm B.K. von schräg oben und schräg unten.

Uebersicht BK 5

 

Letzte originale BK 5 cm ?

 

Original BK 5

 

2
3
5
4

 

6

 

 

 

 

 

Bewegungsablauf der Waffe

 

Patrone wird aus dem Magazin gezogen ...

 

... auf dem abgesenkten Ladetisch in das Rohr geschoben.

Danach bewegt sich der Ladetisch wieder nach oben.




Me 410

Me 410 mit Bordkanone BK 5

 


 

Dokumente:

 

 

Dokumente der B.K. 5cm

 
Dokument
Zeitrahmen
Grösse
   
1944
 
pdf 2
Monat Februar
Februar 1944
3,0 MB
   
 
pdf 2
Monat April
April 1944
2,0 MB
   
 
pdf 2
Monat Juni
Juni 1944
2,0 MB
   
 

 

 

19.10.1940

Umbauten Zeitliste pdf. Datei - Grösse 5 MB

 

 

Skizze BK 5 USA

 

 

 

Russische Beutemaschine Me 410 B-2/U 1 mit BK 5 Bewaffnung W.Nr.130379

 

Beutemaschine Russland
Russland Me 410
2
Beutemaschine Me 410 BK 5

 

 

 

 

 

 

 

 

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