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Maschinenkanone MK 108 Borsig

 

 

INHALT

I. Vorbemerkung

II. Kennzeichnung

III. Beschreibung

IV. Wirkungsweise

V. Technische Daten

VI. Dokumente

VII Bildarchiv

 

 

I. Vorbemerkung

Im Jahre 1942 konnte die Firma Rheinmetall-Borsig die Entwicklung für die MK 108 abschließen, die von da an als 30 mm Standard-Bordwaffe für den starren Einbau in Jagdflugzeuge galt. Die anfängliche Schußfolge von ca. 600 Schuß/min. wurde später auf ca. 850 Schuß/min. erhöht. Überhaupt wurden ständig Verbesserungen durchgeführt, deren Notwendigkeit sich aus der praktischen Erprobung ergab. Deshalb wurde, was sonst kaum vorkam, in der Bedienungsanleitung für die Waffe besonders darauf hingewiesen, daß sie auf einem gewissen Fertigungsstand basiere und inzwischen eingetretene Änderungen nicht berücksichtigt wurden. Die Waffe war sehr robust gebaut und funktionierte zuverlässig.

 

MK 108 V-1

MK 108 V-1

 

In vieler Hinsicht, war die Rheinmetall-Borsig MK 108 30 mm, eine Meisterleistung der damaligen Ingenieurskunst. Dies in Anbetracht der kompakten Bauweise, der einfachen Herstellung sowie der gewaltigen Feuerkraft. Am Anfang einer privaten Entwicklung bei Rheinmetall-Borsig im Jahre 1940, wurden die Entwürfe und das Design 1942 abgeschlossen.Vom damaligen RLM wurde eine neue Waffe für die Luftwaffe gefordert, die im Stande war, gegnerische Bomber mit wenig Munition sowie ausserhalb der Reichweite derer Bordwaffen anzugreifen.

 

MK 108 V-2

MK 108 V-1

 

 

Bezeichnung MK = Maschinenkanone : Maschinenkanonen (auch Schnellfeuerkanone) sind automatische Schusswaffe mit einem Kaliber größer als dem vonMaschinengewehren und kleiner als von Feldgeschützenbzw. Artillerie. Es gibt keine einheitliche Definition, ab welchem Kaliber man von einer Maschinenkanone spricht, gängig ist jedoch, alles über 15 mm bzw. ab 20 mm als Maschinenkanone zu bezeichnen. Geschütze, welche einen Ladeautomaten besitzen, sind keine Maschinenkanonen; diese können als Schnellfeuergeschütz angesehen werden. Andererseits sind auch nicht alle Maschinenkanonen Selbstlader.

 

 

MK 108 Nr.1 im Erprobungsstand

 

MK 108 V-1

 

 

19.10.1940

Entwurf MK 108 Borsig 09.06.1943 pdf. Datei - Grösse 4 MB

 

 

II. Kennzeichnung

Die MK 108 dient zur Bewaffnung von Flugzeugen. Sie ist ein vollautomatischer Rückstoßlader mit masseverriegeltem Verschluß und Gurtzuführung der Patronen. Ihr Waffengehäuse ist feststehend. Das Rohr ist mit dem Waffengehäuse starr verbunden. Die Gurtzuführung erfolgt von links oder rechts in der Rohrebene. Die Hülsen werden beim Verschluß-Rücklauf wieder in den Gurt hereingezogen und mit dem zerfallenden Gurt seitlich abgeführt.

Die MK 108 ist mit elektro-pneumatischer Durchladung und Abzugseinrichtung ausgerüstet. Die Zündung der Patronen erfolgt elektrisch beim Vorlauf des Verschlusses.

 

Draufsichten

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Draufsicht MK 108
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Kurzdarstellung der Wirkungsweise

 

Vor dem ersten Schuß wird die Waffe mit der Luftspanneinrichtung durchgeladen. Ihr Zylinder läuft bei Betätigung des elektrisch-pneumatischen Durchladeventils zurück und nimmt den Verschluß bis hinter den Abzugsriegel mit nach hinten.

Gibt man zum Feuern den Abzugsriegel durch das elektrisch-pneumatische Abzugsventil frei, so läuft der Verschluß vor und betätigt auf dem ersten Teil seines Vorlaufs die Gurtzuführung. Diese bringt die Patrone um eine halbe Gurtteilung auf Mitte Seelenachse. Der weiter voreilende Verschluß schiebt sie in das Rohr. Sie wird im Vorlauf gezündet.

Nach dem Schuß läuft der Verschluß unter der Wirkung der Rückstoßkraft zurück. Er zieht die abgeschossene Patronenhülse wieder in das noch in der Seelenachse stehende Gurtglied hinein. Auf dem weiteren Rücklauf betätigt er die Gurtzuführung, die den Gurt um eine halbe Gurtteilung weiter transportiert. Seine Rücklaufbewegung wird durch die Schließ- bzw. Ringfedern aufgefangen und in den Vorlauf umgewandelt.

 

Me 110 G-4 MK 108

Bild 1: Nachtjäger Me 110 G-4/R3 mit zwei MK 108 und Lichtenstein Gerät

 

 

 

III. Beschreibung

Die MK 108 besteht aus sechs feststehenden und einem beweglichen Hauptteil. Diese sieben Hauptteile sind:

 

A.
Waffengehäuse (A) mit Rohr (B)
feststehend
B.
Bodenstück (C)
feststehend
C.
Gurtzuführung (D)
feststehend
D.
Abzugseinrichtung (E)
feststehend
E.
Luftspanneinrichtung (F)
feststehend
F.
Verschluß (G)
beweglich

 

Schnitt MK 108

 

 

MK 108 Bild

 

 

A. Waffengehäuse (A) mit Rohr (B)

Das Waffengehäuse (A) nimmt alle anderen Teile der Waffe auf. Es ist ein Stahlblechkörper von rechteckigem Querschnitt, der zur Führung des Verschlusses rechts und links je eine eingedrückte Längsnut (Ag) hat.

Bild 2 MK 108
Bild 2: MK108 von links
Aa = Auge I, C5 = Bodenplatte, C13 = Handhabe, D3 = mittlere Leiste, D4 = großer Schieber, D13 = kleiner Schieber, D 27 = vordere Leiste, D28 = Zuführer-Unterteil, F1 = Hohlschraube zur Luftspanneinrichtung.

 

Vorn ist das Waffengehäuse durch die Vorderwand geschlossen, in die oben das Rohr (B) und unten die Luftspanneinrichtung (F) eingeschraubt sind. Das Rohr wird mit zwei Spannstiften (A1) im Waffengehäuse gegen Drehen gesichert. Neben der Bohrung für die Luftspanneinrichtung sind in der Vorderwand zwei Bohrungen für die Führungsrohre (C12) des Bodenstückes. In der Mitte ist das Waffengehäuse oben für das Zuführer-Unterteil (D28) eingeschnitten. Vor und hinter diesem Einschnitt sind auf dem Waffengehäuse Augen (Ab und Ac) zur Befestigung des Zuführers (D1 bis D27) angeordnet. Die hinteren Augen (Ac) dienen auch als vorderes Lager für die Abzugseinrichtung (E), die weiter hinten mit den Hakenansätzen (E6b) des Abzugsgehäuses in die Aus-sparungen (Ae) des Waffengehäuses eingehakt wird. Hinter den Augen (Ac) ist in der Mitte des Waffengehäuses im Ausschnitt (Ad) das Kurvenstück (A2) zur Steuerung des am Verschluß (G) befestigten Ausziehers (G10) eingesetzt und mit zwei Spannstiften (A3) befestigt.

Das Waffengehäuse endet oben und unten in je drei Augenansätzen, deren Löcher nach hinten aufgeschnitten sind. In diesen wird mit den Verriegelungs-bolzen (C17) das Bodenstück (C) befestigt. Das Waffengehäuse (A) trägt vorn in der Mitte oben und unten äußere Ansätze mit Augen (Aa usw.), die zur Befestigung der Waffe in der Lafette dienen.

Bild 2 MK 108
Bild 3: MK 108 von rechts
A Waffengehäuse
D 2 Zuführer-Oberteil
Aa Auge I
D13 Schieber, kleiner
B Rohr
D24 Rastbolzen, rechter
C 5 Bodenplatte
D28 Zuführer-Unterteil
C 5a Ansatz an der Bodenplatte
E 6 Abzugsgehäuse
C13 Handhabe
E 11 Verschlußschraube zur Ringfeder
C17 Verriegelungsbolzen
E 13 Anschlußstück zur Preßluftleitung
D 1 Federbolzen zum Zuführer

 

 

Bild 2 MK 108
Bild 4: Hauptteile
D 2 = Zuführer-Oberteil der Gurtzuführung, E = Abzugseinrichtung, A + B = Waffengehäuse mit Rohr, G = Verschluß, F = Vorholer zur Luftspanneinrichtung, C = Bodenstück, D 28 = Zuführer-Unterteil

 

Über und unter den Längsnuten (Ag) befinden sich am Gehäuse auf jeder Seite weitere vier Augen (Af). An zweien dieser Augen wird mit Federbolzen (A6) links eine zur elektrischen Ausrüstung der Waffe gehörende Zündschiene (A 5) befestigt.

 

Bild 2 MK 108
Bild 5: Waffengehäuse mit Rohr und Zündschiene
A Waffengehäuse
Ag Längsnut
Aa Auge I
Ah Auge V
Ab Auge II
A1 Spannstift zum Rohr (B)
Ac Auge III
A2 Kurvenstück
Ad Ausschnitt
A3 Spannstift zum Kurvenstück
Ae Aussparung
B Rohr
Af Auge IV


 

Das Rohr (B) wird in das Waffengehäuse eingeschraubt und mit zwei Spannstiften (A1) in ihm gesichert. Es hat eine Länge von 545 mm und ein Kaliber von 30 +0,1 mm. Das Rohrinnere besteht aus dem gezogenen Teil (Ba) und dem Patronenlager (Bb). Der gezogene Teil hat 16 Züge mit gleichbleibendem Rechtsdrall (Drallänge 630 mm). Außen vorn hat das Rohr ein vorderes Gewinde (B c) zum Aufschrauben eines Feuerdämpfers und hinter diesem einen Bund (B d), der als vordere Lagerung der Waffe in der Lafette verwendet werden kann. Etwa in der Mitte ist das Rohr zum Ansetzen eines Schlüssels beim Ausbau bzw. Einbau zweiseitig angefaßt. Hinten befindet sich ein ebenfalls zur Lagerung bestimmter weiterer Bund (B e). Das hintere Gewinde (Bf) und der hintere Teil (B h) dienen zur Aufnahme des Rohres im Waffengehäuse.

 

Bild 2 MK 108
Bild 6: Das Rohr
B Rohr
Be Bund
Bc Gewinde, vorderes
Bf Gewinde, hinteres
Bd Bund
Bh hinteres Teil




B. Bodenstück (C)

Das Bodenstück (C) schließt das Waffengehäuse hinten ab. Es besteht aus einer mit zwei Verriegelungsbolzen (C17) oben und unten am Waffengehäuse befestigten Bodenplatte (C 5), an der zwei in das Waffengehäuse hineinragende Federsätze befestigt sind. Zwischen den Federsätzen ist mit einem Renk noch der zur Luftspanneinrichtung gehörende Vorholer (F 2, F 8, F 11 bis F 14) eingesetzt.

 

Bild 2 MK 108
Bild 7: Das Bodenstück
C1 Scheibe zum Führungsrohr
C11 Schließfeder
C2 Spannstift, vorderer, zum
C13 Handhabe
Führungsrohr
C14 Hülse, rechts
C4 Ring zum Verriegelungsbolzen
C15 Ringfeder, lange
C5 Bodenplatte
C17 Verriegelungsbolzen
C9 Hülse, linke - Puffer
C10 Ringfeder, kurze - Puffer

 

 

Die Verriegelungsbolzen (C 17) sind in vier Ansätzen (C5a) der Bodenplatte gelagert. Sie haben auf der einen Seite Handhaben (C 13) und auf der anderen Seite als Bolzenkopf Ringe (C 4), die mit Spannstiften (C3) befestigt sind. Zwischen den Ansätzen der Bodenplatte ist der halbe Querschnitt der Ver-riegelungsbolzen weggeschnitten, so daß sie in die entsprechend ausgeschnittenen Augen des Waffengehäuses (A) eingesetzt und durch Drehen ihrer Hand-haben (C 13) um 180° darin verrastet werden können

Die Handhabe (C 13) liegt auf einem Bund des Verriegelungsbolzens (C 17) und nimmt den Bolzen an zwei Nasen (C 17 a) mit. Sie hat Sperrzähne (C 13 a), die in Einschnitte des äußeren Bodenplatten-Ansatzes (C5a) eingreifen und so den Verriegelungsbolzen (C17) in seiner Lage sichern. Zum Drehen des-selben muß die Handhabe gegen den Druck einer Feder (C 16) nach außen gezogen werden. Die Feder liegt auf dem Verriegelungsbolzen und stützt sich zwischen Bolzenbund und einem Ansatz der Handhabe ab.

Die Schließfedern (C 11) liegen über den an der Bodenplatte mit den Zylinderschrauben (C 7) angeschraubten Führungsrohren (C 12). Sie sind mit Vor-spannung eingesetzt und stützen sich in Ruhe vorn mit Scheiben (C1) an den in die Führungsrohre eingeschlagenen vorderen Spannstiften (C 2) ab.

Die Ringfedern, kurze und lange (C10 und C 15) umschließen hinten die Schließfedern (C 11). Die Ringfedern liegen in zwei geschlitzten Hülsen (C 9 und C 14), die an ihrem Flansch mit Spannstiften (C 6) in der Bodenplatte (C 5) befestigt sind. Der zurücklaufende Verschluß gleitet mit seinem Führungsteil (G 6 d) über die Führungsrohre (C 12). Dabei treffen die Mitnehmerlappen (G6f) zunächst auf die Scheiben (C 1) und pressen die Schließfedern (C11) zusam-men. Der rechte Mitnehmerlappen läuft gegen Ende des Rücklaufes auch gegen die Ringfeder, lange (C 15) in der rechten Hülse (C 14). Beim Auftreten größerer Rückstoßkräfte (z. B. bei Nachbrennern) tritt auch noch die kurze, aber stärkere Ringfeder (C 10) in der linken Hülse (C9) in Tätigkeit. Ring- und Schließfedern bewirken nach Aufzehrung der Rücklaufenergie den Verschlußvorlauf.

 

Titel Bild MK 108

 

 

 

C. Gurtzuführung (D)

Die Gurtzuführung (D) fördert den Patronengurt, bringt die Patronen vor den Kopf des Verschlusses und wirft nach dem Schuß die einzelnen Gurtglieder mit den wieder eingezogenen Hülsen aus.

Die Gurtzuführung besteht aus dem Zuführer (D 1 bis D 27) und dem in einem Einschnitt des Waffengehäuses eingeschweißten Zuführer-Unterteil (D 28). Die Glieder gleiten mit ihren Führungsansätzen auf den Gleitschienen des Zuführer-Unterteils. Der Zuführer wird am Waffengehäuse vorn mit einem Feder-bolzen (D 1) angelenkt und hinten mit zwei unter dem Druck einer Feder (D 22) stehenden Rastbolzen, linker und rechter (D 19 und D 24), verrastet. Die Rastbolzen sind mit Langlöchern auf Spannstiften (D21) geführt.

Im Zuführer-Oberteil (D2) liegen die zum Transport des Gurtes bestimmten beweglichen Teile: die Steuerhebel (D 18), sowie der Schieber, großer (D4) und der Schieber, kleiner (D13). Der große Schieber (D4) gleicht im Querschnitt einem flachen ,,U", in dem der kleine Schieber (D13) gleitet. In den kurzen Schenkeln des großen Schiebers sind drehbar auf Bolzen, kurzer und langer (D5 bzw. D 8), auf der einen Seite zwei unter dem Druck von Blatt-federn (D4a) stehende Transportklinken, kleine (D7) und auf der anderen Seite (D 4 a) stehende Transportklinken, kleine (D7) und auf der anderen Seite zwei Sperrklinken, hintere und vordere (D6 und D16), gelagert. Die Sperrklinken tragen seitlich Nocken, die in Kurven der vorderen und hinteren Leiste (D 26 und D 27) eingreifen. Die Leisten sind mit Spannstiften (D 20) im Zuführer-Oberteil (D2) befestigt und dienen der Führung des großen Schiebers (D 4).

 

Bild 2 MK 108
Bild 8: Zuführer und Zuführer-Unterteil
D2 Zuführer-Oberteil
D 19 Rastbolzen, linker
D3 Leiste, mittlere
D20 Spannstift zur Leiste (D 26 bzw.D27)
D4 Schieber, großer
D21 Spannstift zum Rastbolzen (D 19 und D24)
D6 Sperrklinke, hintere
D22 Feder zum Rastbolzen
D7 Transportklinke, kleine
D23 Bolzen zum Steuerhebel
D10 Sperrklinke, innere
D24 Rastbolzen, rechter
D11 Transportklinke, große
D26 Leiste, hintere
D13 Schieber, kleiner
D27 Leiste, vordere
D16 Sperrklinke, vordere
D28 Zuführer-Unterteil
D18 Steuerhebel



Der kleine Schieber (D13) hat auf der einen Seite den Bolzen zum kleinen Schieber (D12) und eine unter dem Druck einer Blattfeder (D13a) stehende Transportklinke (D 11) und auf der anderen Seite die Sperrklinke (D 10) mit dem Spannstift zur inneren Sperrklinke (D14). Die innere Sperrklinke (D10) trägt einen seitlichen Steuernocken, der in einer Kurve der Leiste (D3) gleitet. Die mittlere Leiste (D3) liegt in dem großen Schieber (D4) und wird von dem Bolzen (D8) zur Lagerung der kleinen Transportklinke (D 7) festgehalten.

In den großen Schieber (D4) greift bei Linkszuführung der linke und in den kleinen Schieber der rechte Steuerhebel (D 18) ein. Die Steuerhebel lagern beweglich auf den Bolzen zum Steuerhebel (D 23), die mit zwei Spannstiften (D17) im Zuführer-Oberteil befestigt sind. Die senkrecht abgekröpften Enden der Steuerhebel werden in den Steuerkurven (G6c) des Verschlusses geführt. Somit wird mittels der Steuerhebel von der Längsbewegung des Verschlusses die Querbewegung der Schieber bewirkt. Steht der Verschluß vorn, so liegen die drei Transportklinken (D7 und D11) beider Schieber in einer Richtung hinter dem leeren Gurtglied, das auf Mitte Seelenachse steht. Das Gurtglied wird durch die Sperrklinke (D10) des kleinen Schiebers (D 13) festgehalten. Die beiden Sperrklinken, hintere und vordere (D 6 und D16), des großen Schiebers (D4) sind durch das Auflaufen ihrer Nocken auf den Kurven der vorderen und hinteren Leiste (D 26 bzw. D 27) ausgehoben.

Läuft der Verschluß zurück, so gleitet sein Kopfteil (G6a) durch das leere Gurtglied hindurch und zieht die aus dem Rohr gezogene Hülse wieder in das Gurtglied hinein. Erst danach, also auf dem letzten Teil des Verschlußrücklaufes, werden die Steuerhebel (D 18) vom Verschluß bewegt. Der Gurt wird durch die große Transportklinke (D11) des kleinen Schiebers (D13) um eine halbe Gurtteilung weitergeschoben, während der große Schieber (D4) zurückgeht. Seine kleinen Transportklinken (D 7) weichen gegen den Druck ihrer Blattfedern (D4a) dabei dem folgenden Gurtglied nach oben aus und rasten dahinter ein, seine Sperrklinken, hintere und vordere (D 6) und (D 16), sind noch durch ihre Kurven ausgehoben und treten erst bei Erreichen der Endlage in den Gurt ein.

Auf dem ersten Stück des Verschlußvorlaufs wird der Gurt durch die kleinen Transportklinken (D7) des großen Schiebers (D4) wiederum um eine halbe Gurtteilung weitergeschoben, während der kleine Schieber (D 13) zurückgeht. Dabei gleitet seine große Transportklinke (D11) über den Gurt zurück, während seine Sperrklinke, innere (D10), durch die zwangsläufige Führung seines Nockens in der Kurve ausgehoben ist.

 

D. Abzugseinrichtung (E)

Die pneumatisch betätigte Abzugseinrichtung dient zur Auslösung des Verschlußvorlaufes. Ihr Abzugsgehäuse (E 6) wird hinten auf das Waffengehäuse aufgesetzt und in Schußrichtung mit zwei Laschen (E6a) und dem Spannstift (E4) auf den Augen (Ac) des Waffengehäuses befestigt. Hinten wird es mit seinen Hakenansätzen (E6b) unter der Decke des Waffengehäuses verhakt. Auf der Oberseite des Abzugsgehäuses (E6) befindet sich ein Durchbruch (E6c), der die mechanische Betätigung des Abzugsriegels (E1) mittels eines Schraubenziehers ermöglicht.

Im oberen Teil des Abzugsgehäuses ist der Kolben (E10) mit seinen Kolbenringen (E14) in einer mittleren Längsbohrung geführt. Die Längsbohrung ist hinten durch ein Anschlußstück (E13) mit Hohlschraube (E15) und Ringstutzen (E16) für die Preßluftleitung verschlossen. Vor dem Kolben liegt im Vor-derteil des Abzugsgehäuses der Abzugsriegel (E1). Bei Betätigung der Abzugseinrichtung drückt der Kolbenschaft den oberen U-förmigen Ab-zugsriegelarm (E 1 b) an und hebt dadurch die beiden unteren Abzugsriegelschenkel (E 1 a) aus der Verschlußbahn aus. Nach Aufhören des Preß- luftdruckes bringen zwei starke auf die unteren Schenkel wirkende Druckfedern (E2) den Abzugsriegel und den Kolben (E10) in die Ruhelage zurück. Der Abzugsriegel (E1) ist im Abzugsgehäuse (E6) auf zwei Bolzen (E5) drehbar gelagert. Die Bolzen sind mit Spannstiften (E 3) gesichert.

Rechts und links neben der Bohrung für den Kolben liegen in zwei kleineren Längsbohrungen Ringfedern (E9). Sie stützen sich hinten gegen Ver-schlußschrauben und vorn gegen Stützringe (E7) ab. Wird der vorlaufende Verschluß vom Abzugsriegel gefangen, so federt das mit Langlöchern auf dem Spannstift (E4) gelagerte Abzugsgehäuse (E6) mit vor. Die Ringfedern (E9) werden durch Auflaufen der Stützringe auf die Auflaufkanten an den Augen (Ac) des Waffengehäuses zusammengepreßt und bringen das Abzugsgehäuse wieder in seine Ruhelage zurück.

 

Bild 2 MK 108
Bild 9: Abzugseinrichtung
E1 Unterer Abzugsriegelschenkel
E6b Hakenansatz
E2 Druckfeder zum Abzugsriegel
E6c Durchbruch
E5 Bolzen zum Abzugsriegel
E7 Stützring zur Ringfeder
E6 Abzugsgehäuse
E11 Verschlußschraube zur Ringfeder
E6a Lasche
E13 Anschlußstück zur Preßluftleitung

 

E. Luftspanneinrichtung (F)

Die Luftspanneinrichtung (F) dient zum Spannen bzw. Durchladen der Waffe. Sie liegt im vorderen Teil des Waffengehäuses unter dem Rohr und ragt in die mittlere Durchbohrung des Verschlußkörpers hinein. Ihre Hauptteile sind der feststehende Kolben (F5) mit den Kolbenringen (F6), der bewegliche Zylinder (F7) und der Vorholer (F2, (F8, F11 bis F 14).

 

Bild 2 MK 108
Bild 10: Luftspanneinrichtung
F1 Hohlschraube zur Luftspanneinrichtung
F7 Zylinder
F2 Vorholerhülse
F7a Bund
F4 Spannstift zum Kolben zur Luftspanneinrichtung
F8 Druckfeder
F5 Kolben zur Luftspanneinrichtung
F10 Ringstutzen
F13 Spannstift zur Vorholerhülse


Der Kolben wird in der Vorderwand des Waffengehäuses eingeschraubt und mit einem Spannstift (F4) gegen Verdrehen gesichert. Die Preßluftzuführung geschieht durch einen Ringstutzen (F10) und eine Hohlschraube (F1), die in dem Kolben (F5) befestigt sind, sowie die durchbohrte Kolbenstange. In die Kolbenstange ragt die innere Hülse (F 7 b) des Zylinders hinein, in der der Vorholer geführt wird. Der Vorholer besteht aus der Vorholerhülse (F2) und der in ihr mit einem Kopf geführten Vorholerstange (F11), zwischen denen die Druckfeder (F 8) geführt wird. Diese liegt hinten am Flansch der hinteren Zug-stange an und stützt sich vorn gegen den Federteller (F12) der vorderen Zugstange ab. Der Flansch ist in einen Renk des Bodenstückes eingesetzt und mit dem Spannstift (F 13) gegen Herausfallen gesichert. Der Federteller wird in der Hülse des Zylinders geführt.

Bei Betätigung der Luftspanneinrichtung strömt die Preßluft durch den Ringstutzen und durch die hohle Kolbenstange zwischen Stirnseite des Kolbens und Zylinderhinterwand. Sie treibt den Zylinder nach hinten. Der Zylinder nimmt an seinem Bund (F7a) den Verschluß mit. Ist der Verschluß durch den Abzugsriegel gefangen und läßt der Preßluftdruck nach, so drückt die sich entspannende Druckfeder (F 8) über den Federteller gegen die Vorderwand der Hülse des Zylinders und bringt diesen wieder in seine vordere Ruhelage zurück.

 

F. Verschluß (G)

Der Verschlußkörper (G6) ist ein Stahlkörper von großer Masse, der zur Verriegelung der Waffe dient. In seinem Kopfteil (G6a) befinden sich der Auszieher (G10) und der Zündstift (G3). Der Kopfteil wird vorn vom Stahlfutter (G11) abgeschlossen, das mit einem Spannstift (G 12) in diesem befestigt ist. Mit den Führungsnuten (G6e) gleitet der Verschluß auf den Längsnuten (Ag) des Waffengehäuses vor und zurück. Seine Mitnehmerlappen (G6f) pressen beim Rücklauf die Schließ- und Ringfedern (C11 und C15) zusammen. Oben auf dem Führungsteil befinden sich zwei Steuerkurven (G6c) für die Steuerhebel (D18) der Gurtzuführung und die Fangnocken (G6b), in die die unteren Abzugsriegelschenkel (E1a) einspringen.

 

Bild 2 MK 108
Bild 11: Verschluß, Ansicht von hinten und von vorn
G1 Stopfen
G6e Führungsnut
G4 Kontaktbrücke
G6f Mitnehmerlappen
G4a Kontaktfeder
G8 Spannstift, langer, zur Kontaktbrücke
G6 Verschlußkörper
G9 Bolzen zum Auszieher
G6a Kopfteil
G10 Auszieher
G6b Fangnocken
G10b Nocken am Auszieher
G6c Steuerkurve
G11 Stahlfutter
G6d Führungsteil
G12 Spannstift zum Stahlfutter



Oben im Kopfteil liegt um einen waagrechten Bolzen (G9) drehbar der Auszieher (G10), der mit seiner Kralle (G10a) über den Stoßboden des Kopfteils übergreift. Sein Ende ist zu einer Feder nach unten gebogen. In der Mitte hat er oben einen Nocken (G 10 b), mit dem er beim Rücklauf bzw. Vorlauf des Verschlusses gegen das Kurvenstück (A2) in der Decke des Waffengehäuses aufläuft. Die Auszieherkralle wird dadurch aus der Ausziehernut der Patronenhülse ausgehoben. In der Mitte des Kopfteiles liegt der Zündstift (G3).

 

Bild 2 MK 108
Bild 12: Verschluß, Einzelteile
G1 Stopfen
G6e Führungsnut
G3 Zündstift
G7 Spannstift zum Stopfen
G4 Kontaktbrücke
G8 Spannstift, langer, zur Kontaktbrücke
G4a Kontaktfeder
G9 Bolzen zum Auszieher
G5 Spannstift, kurzer, zur Kontaktbrücke
G10 Auszieher
G6 Verschlußkörper
G10a Auszieherkralle
G6a Kopfteil
G10b Nocken
G6b Fangnocken
G11 Stahlfutter
G6c Steuerkurve
G12 Spannstift zum Stahlfutter
G6d Führungsteil



Dieser besteht aus dem in der Kontakthülse (G31) geführten Kontaktstift (G32) mit einer Feder zum Zündstift (G33). Letztere wird mittels der Hülse (G34) in der Kontakthülse (G31) geführt. Hülse (G 34) und Kontakthülse (G31) sind durch den Spannstift (G35) verstiftet. Die Kontakthülse (G31) ist auf ihrem vorderen Teil mit einem Isolationsüberzug versehen. Der Zündstift (G3) stützt sich hinten gegen einen mit Spannstift (G7) gesicherten Stopfen (G1) ab. Die Stromzuführung zum Zündstift erfolgt durch eine Kontaktbrücke (G4), die hinten im Verschlußstück liegt und mit 4 kurzen Spannstiften (G5) und 2 langen Spannstiften (G8) befestigt ist. Mit den in den seitlichen Führungsnuten (G6e) liegenden Kontaktfedern (G4a) wird der Strom vom Zündkontakt der Zündschiene abgenommen und über das Mittelteil der Kontaktbrücke dem stromzuführenden Ende der Kontakthülse (G31) zugeführt.

 

Bild 2 MK 108
Bild 13: Der Zündstift
G31 = Kontakthülse, G32 = Kontaktstift, G33 = Feder zum Kontaktstift, G34 = Hülse zum Zündstift, G35 = Spannstift zum Zündstift

 

 

G. Elektrische Ausrüstung

Der Strom wird dem Bordnetz entnommen. Die Teile der Ausrüstung sind an der Waffe selbst, in Schaltkästen am Sitz des Schützen bzw. in der Zelle untergebracht. So befinden sich im Abfeuer- und Durchladeschaltkasten (ADSK-A) das Verzögerungsschütz (VS), das Abfeuerschütz (AS), die Durch-ladesperre (Dsp) und das Umschaltschütz (US). Im Schalt-, Zähler- und Kontrollkasten (SZZK) befindet sich der Sicherungsschalter (SS) sowie der Schußzähler (SZ). Die elektrisch-pneumatischen Durchladeventile (EPD) und das elektrisch-pneumatische Abzugsventil (EPA) liegen in der Zelle. An der Waffe ist links die Zündschiene (A5) mit dem Zündkontakt (ZK) befestigt, über den der Kontaktfeder des Verschlusses der Zündstrom zugeleitet wird. Die Zündschiene (A5) ist mittels eines Kabels mit dem Zündumformer ZUM 1, Stecker »Generator", verbunden. Der Abzugsknopf (Abzk) befindet sich am Steuerknüppel, der Durchladeknopf (Dkn) am Gerätebrett.

 

Durchladeknoepfe Me 109
Bild 14: Durchladeknöpfe in der Messerschmitt Bf / Me 109

 

19.10.1940

Vorschlag für 4 MK 108 - 13.04.1944

Grösse 0,5 MB

 

 

IV. Wirkungsweise

 

A. Bewegungsvorgänge in der Waffe

Es wird mit gespannter und gesicherter Waffe gestartet

1. Durchladen

Bei der folgenden Darstellung wird angenommen, daß der Verschluß entspannt ist und vorn steht. Nach Einlegen der Selbstschalter und des Sicherungs-schalters strömt bei Knopfdurchladung erst nach Betätigung des Durchladeknopfes (Dkn) Preßluft über das elektrisch betätigte Preßluftventil in die Luftspanneinrichtung. Der Spannzylinder (F7) wird nach hinten gedrückt und nimmt an seinem Bund (F7a) den Verschluß bis hinter den Abzugsriegel (E1) mit. Unter der Kraft der sich entspannenden Druckfeder (F8) läuft der Zylinder wieder nach vorn, der Verschluß fängt sich mit seinem Fangnocken (G6b) hinter dem Abzugsriegel. Die Waffe ist gespannt. Der noch weiter zurücklaufende Verschluß steuert nunmehr mit seinen nach innen abbiegenden Steuerkurven (G6c) über die Steuerhebel (D 18) die Schieber (D4 bzw. D13) der Gurtzuführung. Sie transportieren den Gurt um eine halbe Gurtteilung, so daß in der gespannten Verschlußstellung die folgende Patrone halb vor dem Ladungsraum steht.

2. Bewegungsvorgänge beim bzw. nach dem Abziehen

Durch Eintreten der Preßluft in den Raum hinter dem Kolben (E10) der Abzugseinrichtung wird der Abzugsriegel (E1) aus der Verschlußbahn ausgehoben. Unter dem Druck der Schließfedern (C11) läuft der Verschluß vor. Auf dem ersten Teil seines Weges - vor Erreichen der Patrone - steuern die nach außen gerichteten Steuerkurven (G6c) des Verschlusses über die Steuerhebel die Schieber der Gurtzuführung, die nunmehr den Gurt um eine weitere halbe Gurt-teilung transportieren. Auf dem weiteren Vorlauf trifft der Stoßboden des Stahlfutters (G11) auf die vor ihm liegende Patrone und schiebt sie aus dem Gurt gradlinig in den Ladungsraum des Rohres ein. Der auf das Kurvenstück (A2) auftreffende Ausziehernocken (G10b) hat dabei die Auszieherkralle (G10a) angehoben und im richtigen Augenblick wieder losgelassen, so daß sie in die Ausziehernut der Hülse eingreifen kann.

3. Zündung der Patrone

Die Zündung der Patrone ist als Vorlaufzündung ausgebildet. Bereits vor Erreichen der vorderen Verschlußendlage läuft die Kontaktfeder (G4a) am Ver-schluß gegen den Zündkontakt an der Zündschiene im Waffengehäuse. Der Zündstift (G3) erhält Strom und zündet das Zündhütchen der Patrone. Der Schuß fällt.

4. Bewegungsvorgänge nach dem Schuß

Der Rückstoß treibt den Verschluß vor Erreichen seiner vorderen Endlage nach hinten. Dabei geschieht die Steuerung der Patronenzufuhr genau wie unter ,,1. Durchladen" beschrieben. Erst nachdem die ausgezogene Patronenhülse wieder von den Haltefedern des Gurtgliedes gefaßt worden ist, läuft der Nocken (G10b) des Ausziehers gegen das Kurvenstück (A2) in der Decke des Waffengehäuses, hebt die Auszieherkralle aus und gibt die Patronenhülse frei. Die Hülse wird wieder ins Gurtglied eingezogen und mit ihm zusammen ausgestoßen.

Der Verschluß wird vom Abzugsriegel gefangen. Steht der Kolben der Abzugseinrichtung noch unter Luftdruck, so läuft der Verschluß unter dem Druck der Schließfedern und der Ringfedern wieder nach vorn.

 

MK 108

 

 

B. Vorgänge in der elektrischen Ausrüstung

1. Durchladen

Es ist angenommen, daß der 6 A-Selbstschalter eingelegt ist und der Sicherungsschalter (SS) auf „Feuer" steht, ferner, daß sich der Verschluß vorn befindet. Betätigt man bei Knopfdurchladung nun den Durchladeschalter bzw. Durchladeknopf, so wird die Durchladesperre (Dsp) umgelegt, die das elektrisch-pneumatische Durchladeventil (EPD) in Betrieb setzt. Die Waffe lädt durch. Nach Freigabe des Durchladeschalters bzw. Durchladeknopfes wird die Durchladesperre wieder umgeschaltet und setzt das elektrisch-pneumatische Durchladeventil (EPD) außer Betrieb. Der Zylinder der Luft-spanneinrichtung läuft unter der Wirkung seiner Druckfeder vor. Das mit Verzögerung abfallende Verzögerungsschütz (VS II) verhindert ein Abziehen der Waffe nach Beendigung des Durchladevorganges (d. h. noch während des Wiedervorlaufes des Zylinders (F 7).

2. Abziehen

Durch Drücken des Abzugsknopfes (Abzk) spricht das Abfeuerschütz (AS) über die Ruhekontakte der Durchladesperre (Dsp) und des Umschaltschützes (US) an und schaltet das Umschaltschütz (US), das Verzögerungsschütz (VS I), das elektrisch-pneumatische Abzugsventil (EPA) sowie den Zündumformer (ZUM1) ein. Der Generatorstromkreis des Zündumformers wird durch das Umschaltschütz zur Waffe durchgeschaltet. Das Verzögerungsschütz (VS II) sperrt den bereits offenen Stromzugang zum elektrisch-pneumatischen Durchladeventil (EPD). Der Verschluß läuft vor. Auf dem Verschlußvorlauf nimmt die Kontaktfeder (G4a) des Verschlusses vor Erreichung der vorderen Verschlußendlage vom Zündkontakt (ZK) der Zündschiene den Zündstrom ab. Der Schuß fällt.

 

Gurt 108

Der Gurt 108 ist ein offener Patronenstahlgurt. Er wird als zerfallender Gurt in beliebiger Länge für Links- und Rechtszuführung benutzt.

Der Gurt 108 setzt sich aus einzelnen Gliedern zusammen. Das im Querschnitt einem offenen Rechteck ähnliche Gurtglied hält vorn und hinten mit den federnden Seiten die Patrone. Es endet hinten in zwei Haltefedern, die in den Hülsenbund eingreifen und die Patrone im Gurtglied festlegen.

Zum Zusammenhängen des Gurtes hat das Gurtglied etwa in der Mitte eine Führungsöse und einen Verbindungshaken.

Die einzelnen Gurtglieder werden vor dem Einlegen der Patronen aneinandergehakt. Das Geschoß verhindert das Aushaken der Glieder. Nach dem Ab-feuern des Geschosses jedoch kann sich das Gurtglied aushaken, da die Hülse erst hinter der Führungsöse bzw. dem Verbindungshaken beginnt.

Der Gurt 108 wird von Hand gefüllt. Die Patronen werden so in die Gurtglieder gedrückt, daß die Haltefedern in den Hülsenbund eingreifen. Es ist besonders auf stramme Federung zu achten, die Haltefedern müssen ganz fest an der Hülse anliegen, da sonst Zuführungsstörungen auftreten können.

 

Gurt 108

Bild 15: Gurt 108

 

 

19.10.1940

Datenblätter Munition MK 108

pdf. Datei - Grösse 5 MB

 

 

 

Die verschiede Patronen von Bordwaffen

Gurt 108

Bild 16: oben ist die Patrone falsch und unten richtig gegurtet

 

 

Mit dem Mauszeiger die Patrone öffnen !

 

19.10.1940

Munitionsentwicklung Stand 01.09.1944

pdf. Datei - Grösse 2 MB

 

 

 

V. Technische Daten

 

Anfangsgeschwindigkeit Vo = Schußfolge:
525 m/s etwa 600 Schuß/min
Gewicht der MK 108:
etwa 58 kg
Gewicht der Patrone:
0,47 kg
Gewicht des Geschosses:
0,33 kg
Kaliber der MK108:
30 +0,1 mm
Länge der MK 108:
1050 mm
Länge des Rohres:
545 mm
Drallänge:
630 mm
Durchmesser von Zug zu Zug:
30,9+o,1 mm
Zündstiftvorstand:
etwa 2 mm
Gewicht eines Gurtgliedes 108:
etwa 11 g
Gewicht des Gurtes mit 10 Gurtgliedern:
etwa 1,05 kg
Länge des Gurtes mit 20 Gliedern:
etwa 1005 mm



Bezeichnung Hersteller Kaliber Länge Gewicht Schuss/
Minute
Einsatz-
distanz
Patronen
Gewicht
Hülsen
Gewicht
MK 108 Rheinmetall-Borsig 30 mm
1.18"
1057 mm
3' 5.6"
58 kg
127.9 lbs
660*  500-540 m
1640-1770'
330 g
0.73 lbs
480 g
1.05 lbs

* Die Schussrate wurde später auf 850 Schuss pro minute gesteigert



 

 

VI. Dokumente

 

MK 108 Waffenhandbuch pdf. Grösse 5 MB

 

 

Ersatzteileliste

Ersatzteileliste MK 108 pdf. Grösse 33 MB

 

 

Schreagbewaffnung He 219

MK 108 Schrägbewaffnung He 219 pdf. Grösse 12 MB

 

 

 

Dokumente in der Zeitlinie

Entwicklung

 

 
Dokument
Zeitrahmen
Grösse
   
1943
 
Datei
Borsig
29.10.1943
0,5 MB
   
 
Datei
Borsig
25.11.1943
0,5 MB
   
 
Datei
Borsig
02.12.1943
0,5 MB
   
 
pdf 2
Borsig Werk Sömmerda
22.12.1941
1,0 MB
   
1944
 
pdf 2
Oberndorf MK 108 V-3
04.02.1944
1,5 MB
   
 
Datei
Borsig MK 108 V-3
18.12.1944
0,5 MB
   
 
Datei
4 MK 108 Nebeneinander
13.04.1944
0,5 MB
   
 
pdf 2
Krupp Laufverschleiss
05.06.1944
8,0 MB
   
 
pdf 2
Borsig / Verschluss
13.09.1944
1,5 MB
   
 
pdf 2
Borsig / Pneumatik
21.09.1944
3,5 MB
   
1945
 
Datei
Entwicklunsstand
15.01.1945
0,5 MB
   
 
Datei
Entwicklunsstand
22.01.1945
0,5 MB
   
 
Datei
Borsig / Entwicklunsstand
13.02.1945
0,5 MB
   
 
Datei
Borsig / Entwicklunsstand
05.03.1945
0,5 MB
   
 
pdf 2
Leistungssteigerung 1200 Schuss
03.08.1945 ??
1,5 MB
   
 

 

 

 

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19.10.1940

Entscheidung MK 108 Messerschmitt A.G 01.08.1942

pdf. Datei - Grösse 4 MB

 

 

19.10.1940

Borsig Report Nr. 138

pdf. Datei - Grösse 2 MB


19.10.1940

Borsig Report Nr. 165

Grösse 0,5 MB

 


 

 

 

VII. Bildarchiv

Flügelblende und Mündung der MK 108

 

 

 

 

 

 

 

 

Flugzeug-Bilder mit MK 108

 

 

Heinkel He 219

He 219

 

1
1
1

 

 

Junkers Ju 88

Ju 88

 

Schreage Musick
2

 

 

Messerschmitt Bf/Me 110

Me 110

 

Me 110 Mk 108

 

2
4

 

5

 

 

19.10.1940

Schrägeinbau Entwicklung 28.04.1945

Grösse 0,5 MB

 

 

 

Messerschmitt Bf/Me 109

Me 109

 

Me 109 Mk 108

 

 

19.10.1940

Statische Berechnung 262 A-1

Grösse 0,5 MB

 

 


 

Lippisch "Delta VI" Februar 1944

 

Lippisch Delta

Lippisch Schema der Delta VI / Wien , Februar 1944

Quelle USA

 

Version mit 5 MK 108

Quelle USA

 
Luftwaffen Flugzeuge mit der MK 108
Flugzeug Anzahl Ort Bemerkung
Bv 155 1 Motor Prototyp geflogen
Bv 40 2 Flügelwurzel Segleer - 6 gebaut
Fw 190 2 Flügel Diverse 190 Varianten
Ta 152 1 Motor C undH Modele
Ta 154 2 Rumpf  
He 219 2 Flügelwurzel 2 zusätzliche
Ho 229 4 Flügel Prototyp geflogen
He 162 2 Rumpf später mit Mg 151
Ju 388 2 Anbau J-1 Nacht Jäger Version
Bf 109 1 or 2 Motor oder Flügel Diverse Varianten
G aufwärts
Bf 110 2 Cockpit oben feuernt
Me 163 2 Flügelwurzel  
Me 209 1 Motor nie in service
Me 262 4 Nase Standard Bewaffnung
Me 410 2 Nase B-2/U2/R2 Versionen
Projekte der Luftwaffe mit der MK 108
Projekt Anzahl Bemerkung
Ar E.581 1 Jäger
Ar Projekt II 4 Jet Nacht Jäger
Bv P.207.03 4 Prop Jäger
Bv P.208.03 3 Prop Jäger
Bv P.212 up to 7 Schwanzloser Jet Jäger
Bv P.215 up to 5 Jet Nacht Jäger
Do P.247 3 Prop Jäger
Fw Ta 183 4 Jet Jäger
Fw  J.P.011-45 4 Jet Nacht Jäger
Fw "Flitzer" 2 Jet Jäger
Go P.60A 4 Nurflügler Jet
He P.1077 "Julia" 2 Motorloser Prototyp gebaut
He P.1078B 2 "zwilling Nase" Jet Jäger
He P.1079A 4 Zwilling Jet Nacht Jäger
He "Lerche" 2 VTOL Jäger
Hs P.135 4 Jet Jäger
Ju EF128 2 Schwanzloser Jet Jäger
Li P.20 2 Schwanzloser Jet Jäger
Me 609 up to 4 Doppelrumpf Jäger
Me P.1099A up to 4 schwerer Jäger
Me P.1101 4 Prototyp 90% fertiggestellt
SK P.14.01 1 Ramjäger

 

 

 

Nr.1 - zerlegt

 

Nr. 1 MK 108

 

 

MK 108 Original
2

 

 

 

 

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