HL 131 MG 131

 

 

Inhaltsverzeichniss

 

 

I. Bemerkung

II. Kennzeichnung und Verwendungszweck

III. Technische Angaben - Lafette HL 131

IV. Beschreibung und Wirkungsweise

V. Bedienung HL 131

VI. Verpackung

VII. Bildarchiv

VIII. Dokumente

 

 

I. Bemerkung

Die Heinkel He 177, war wohl das einzige "Fernkampfflugzeug" das mit der massiven "Hecklafette HL 131" im H-Stand (Heckstand) ausgerüstet wurde. Die He 177 V1 flog erstmals am 20.11.1939. Zu den ersten He 177, die zur Waffenerprobung nach Tarnewitz kamen, gehörte die He 177 V7.

Die offensive und defensive Bordbewaffung der Heinkel He 177 war ständigen Wandlungen der Zeit unterworfen, da auch die Waffenentwicklung selber zu dieser Zeit grosse Fortschritte machte, um der ständigen wachsenden Bedrohung paroli bieten zu können.

Zu Anfang war der H-Stand der He 177 nur mit einem MG 131 bestückt. Da dessen Feuerkraft den wachsenden Kampfanforderung in Sachen Feuerkraft nicht mehr genügte, wechselten schnell die Waffenart (Kaliber) sowie deren Waffenanzahl (Laffeten mit 2-4 MG`s (meist MG 151/20) wie zbs. die HL 131 V (Vierling)).

Der Anfangs verwendete Waffenstand "H" der He 177 wurde mit der hier beschriebenen "Hecklafette" HL 131 betrieben. Dieser wurde durch einen Bordschützen bedient.

Diese frühe Hecklafette HL 131 wies zur Waffensteuerung eine direkt auf der Lafette angebrachte Viesiereinrichtung (VE 34) auf. Als Zielhilfe wurde das Revi 25 A bzw. Revi 16 A verwendet.

Jedoch kam die Hecklafette HL 131 nur bei frühen Baumustern der He 177 zum Einsatz, daher ist der nun folgende "Exklusiv-Bericht" über diese Waffeart eine Seltenheit,

Für weiteres Bildmaterial sind wir Ihnen Dankbar !

 

He177-V6-HL 131

Abb 1: He177-V6 mit HL 131 , MG 131 ausgebaut !

 

 

Hecklafette HL 131 eingebaut in folgenden Baumustern:

Heinkel He 177 V2 bis V8 (Abb. 1) .... vermutlich auch einige wenige Heinkel He 177 A0 Versionen !

- dannach kam der Heckstand "L 131 A1" mit Panzerscheibe und einem 1 MG 131 zum Einsatz, das wiederum bei späteren Baumustern druch das MG 151/20 (Abb. 2 & 3) ersetzt wurde ca. ab Heinkel He 177 A2.

 

 

Skizze

 

 

 

Folgende Abbildungen 2 & 3 der Nachfolger-Laffete der HL 131 mit Panzerscheibe und einem MG 151

Heckstand Laffete mit MG 151
Original Museum
Abb 2 & 3: Heckstand Lafette mit MG 151.....
..... Panzerscheibe und MG 151 anstelle des MG 131 !

 

 

 

II. Kennzeichnung und Verwendungszweck

A. Lafette HL 131

Die Hecklafette HL 131 (Abb. 4) für MG 131 dient zum kardanisch gelagerten freihändig richtbaren Heckeinbau des MG 131 in Flugzeuge. Sie ist mit einer Panzerhaube ausgerüstet, durch die dem Schützen ein guter Schutz gegen feindliche Einwirkungen gegeben wird. Das MG 131 erhält in der Lafette HL 131 einen Seitenrichtbereich von je 80° nach beiden Seiten und einen Höhenrichtbereich von — 70° bis + 70°.

 

 

HL 131 He 177 H-Stand

Abb 4: Hecklafette HL 131 , H-Stand der Heinkel He 177

 

Die Lafette HL 131 (Abb. 5) besteht im wesentlichen aus einem Kardanring (0) mit halbkugelig geformter Panzerhaube und einem Waffenbügel (P), in dem in einer Pufferung (Q) die Waffe zentral gelagert ist. Die Pufferung nimmt die beim Schießen auftretenden Rückstoß- und Vorlaufkräfte der Waffe auf.

Der Schütze bedient und richtet die Waffe kniend bzw. bei Hochschuß liegend. Die Lafette kann bei Nichtbenutzung noch Höhe und Seite gezurrt werden.

Die Lafette HL 131 ist mit der Visiereinrichtung VE 34 (Abschn. III. B.) ausgerüstet. Der Schütze zielt damit über zwei Reflexvisiere mit einer oberen und einer unteren Ziellinie. Die obere Ziellinie läuft innerhalb der senkrechten Schießscharte der Lafette, während für die untere Ziellinie in der Panzerhaube ein Fenster vorgesehen ist. (Die beiden Ziellinien ermöglichen dem Schützen ein Zielen im größten Richtbereichsteil.) Die beiden Reflexvisiere der Visiereinrichtung VE 34 werden mechanisch so gesteuert, daß Flugzeugeigengeschwindigkeit (ve) und Geschoßgeschwindigkeit (vo) bereits in der Ziellinie berücksichtigt sind.

Die Patronenzuführung erfolgt von rechts. Der Patronengurt, der in dem im Flugzeug befindlichen Gurtkasten gelagert ist, wird mit Hilfe des Gurtförderers GF 1 A (Abschn. III. C.) über die Gurtrollen der Waffe zugeführt. Der Gurtförderer besitzt sowohl Hand- als auch Motorantrieb.

Die nach dem Schuß von der Waffe ausgeworfenen Hülsen werden durch einen Hülsenableiter (S9) nach vorn abgewiesen, während der Zerfallgurt durch den leergurtableiter (S5) in seine einzelnen Glieder zerlegt und diese noch unten abgeleitet werden.

Das Gewicht der Waffe und des Waffenbügels sowie der beim Richten auftretende Winddruck werden durch den Höhenrichtausgleicher (R) bzw durch den Seitenrichtausgleicher (U) ausgeglichen.

Die Schießscharte in der Panzerhaube kann bei Nullstellung des MG (Zurrstellung) durch zwei Schlitzverkleidungen (O15) abgeschlossen werden.

Die elektrische Ausrüstung der Lafette HL 131 (Visierbeleuchtung, Abfeuerung, Gurtförderer) wird mit Hilfe der Lafettenschaltkästen LSK 2 A und LSK 3 A (Abschn. III. D.) bedient.

 

 

O = Kardanring mit Panzerhaube

O15 = Schlitzverkleidung

U = Seitenrichtausgleicher

Q = Pufferung

Abb 5

Abb 5: HL 131 mit MG 131, Zurrstellung Aussensicht

 

 

B. Visiereinrichtung VE 34

Die Visiereinrichtung VE 34 mit Revi 25 A bzw. Revi 16 A dient zum Zielen auf feste und bewegliche Ziele. Sie ist so beschaffen, daß sie den durch die Eigengeschwindigkeit (ve) des Flugzeuges bedingten Rückhaltewinkel bei jeder Waffenrichtung selbsttätig eingestellt. Beim Schießen auf bewegliche Ziele muß der die Zielgeschwindigkeit ausschaltende jeweilige Vorhalt zusätzlich geschätzt werden. Dieses wird durch Vorhaltekreise erleichtert.

 

C. Gurtförderer GF 1A

Der Gurtförderer GF 1 A (Abb.6) dient zum Heranbringen des Patronengurtes von einem entfernt liegenden Gurtkasten an die Lafette. Er wird von einem Elektromotor angetrieben. Bei Ausfall desselben kann der Gurt auch von Hand herangeholt werden.

Der Gurtförderermotor wird von dem Impulsgeber in dem angebauten Ausgleicher eingeschaltet, wenn der Gurtzug zu groß wird und die Schaltrolle im Ausgleicher anhebt. Der Munitionsvorrat wird von dem am Förderstern eingebauten Kontaktgeber über den Schußzähler am LSK 2 A überwacht.

 

 

P = Waffenbügel

R = Höhenrichtausgleicher

S1 = Zuführermundstück

S5 = Leergurtableiter

S9 = Hülsenableiter

S17 = Gurtrolle

S 18 = Gurtrolle

V = Visereinrichtung

T = Waffengriff

W = Gurtförderer

Gurtfoerderer Innenansicht

Abb 6: HL 131 mit MG 131, und Gurtförderer GF 1A, feuerbereit Innenansicht

 

 

D. Elektrische Ausrüstung

Die elektrische Anlage der Lafette HL 131 ist an das Bordnetz angeschlossen und umfaßt einmal die Lafette (mit elektrischer Zündung und Visierbeleuchtung) sowie den Gurtförderer (mit Gurtfördermotor, Impulsgeber und Kontaktgeber), zum anderen die beiden Lafettenschaltkästen LSK 2 A und LSK 3 A und den Waffenzündbatteriekasten WZBK 1 A. Die gesamte Anlage ist entstört.

Der bordnetzseitige Anschluß der elektrischen Anlage erfolgt über den Schaltkasten LSK 3 A. Von diesem führen Anschlüsse nach dem Impulsgeber und dem Gurtfördermotor sowie noch dem Schaltkasten LSK 2 A.

Vom Schaltkasten LSK 2 A, dessen Zuleitung über den Schaltkalten LSK 3 A an das Bordnetz führt, laufen Anschlüsse nach dem Kontaktgeber für den Schußzähler sowie nach der Lafette und dem als Notbatterie dienenden Waffenzündbatteriekasten WZBK 1 A. Durch letzteren wird die Stromversorgung der elektrischen Zündung auch bei Störung des Bordnetzes sichergestellt.

Die Bedienung der elektrischen Anlage erfolgt lediglich am Schaltkasten LSK 2 A, der im Flugzeugrumpf gut zugänglich angebracht wird.

 

 

III. Technische Angaben

 

A. Lafette HL 131

 

Richtbereich Höhe
je 70° nach unten und oben
Richtbereich Seite
je 80° nach rechts und links
Durchmesser des Kardanringes
etwa 655 mm
Schwenkradius
etwa 327 mm
Gewicht der Lafette (mit Visiereinrichtung)
ca. 52,5 kg
Gewicht der Lafette mit Waffe (ohne Gurtförderer)
ca. 68,5 kg

 

 

O = Kardanring mit Panzerhaube

O4 = Zahnstück

O6 = Kronenmutter

O8 = Deckel

O12 = Arm für Seitenrichtausgleicher (U)

P9 = Sechskantschraube für Pufferungsgehäuse (Q1)

Q = Pufferung

S9 = Hülsenableiter

U1 = Hebel

U2 = Befestigungsschraube

U3 = Bolzen

V3 = Duz-Steuerung

V11 = Reflexvisier

HL 131 Aussenansicht

Abb 7: HL 131 mit MG 131, feuerbereit, etwa 30° Erhöhung, Außenansicht ohne Schlitzverkleidung !

 

 

B. Visiereinrichtung VE 34

ve-Einstellbereich der Rechendose von 0 bis 500 km/h Abstand der Visierlinie:

 

Revi 16 A
Revi 25 A
oberes Visier über Seelenachse
202,5 mm
197,7 mm
unteres Visier über Seelenachse
87,5 mm
82,7 mm
(Seitenabstand ..........................
150 mm)

 

 

C. Gurtförderer GF1A

 

Größte Länge mit Motor
ca. 615 mm
Größte Breite mit Motor
ca. 290 mm
Größte Höhe mit Motor
ca. 416 mm
Motor-Nennleistung
350 W
Betriebsspannung
22 bis 29 V
Gewicht vollständig
9,5 kg

 

 

D. Elektrische Ausrüstung

a) Betriebsspannung
22 bis 29 V
   
b) Lafettemchaltkasten LSK 2 A
Größte Länge
192 mm
Größte Breite
182 mm
Größte Höhe
80 mm
Gewicht vollständig 1 kg
   
c) Lafettenschaltkasten LSK 3 A
Größte Länge
190 mm
Größte Breite
97 mm
Größte Höhe
72 mm
Gewicht vollständig
0,5 kg
   
d) Waffen Zündbatteriekasten WZBK 1 A Ersatzbatterie 2.4 NC 7
Größte Länge
165 mm
Größte Breite
80 mm
Größte Höhe
62 mm
Gewicht vollständig
1.5 kg

 

 

IV. Beschreibung und Wirkungsweise

A. Lafette HL 131

1. Kardanring mit Panzerhaube (O)

Der Kardanring ist eine Schweißkonstruktion und besteht aus einem Ring (O1), an den sich nach hinten halbkugelig die 3 mm dicke Panzerhaube anschließt. Die Panzerhaube ist durch eine senkrechte, breite Schießscharte geteilt. Außerdem ist links unten in die Panzerhaube eine aus Plexiglas bestehende Fensterscheibe (O9) eingesetzt, die rahmenartig mit einem Winkel (O10) und einer Leiste (O11) durch 19 Senkschrauben und Sechskopfmuttern befestigt ist.

 

Waffenahndbuch He 177

Bild aus dem Waffenhandbuch der He 177 mit HL 131

 

 

Der Ring (O1) besitzt in seinem oberen und unteren Scheitelpunkt je eine Lagerschale (O1a), die mit Hilfe der Lagerbolzen (O3) zur drehbaren Aufnahme im Flugzeugendspant dienen. Der Kardanring ist auf den Lagerbolzen (O3) kugelgelagert. In jeder der beiden Lagerschalen (O1a) ist deshalb eine Einsatzbuchse (O2 und O7) aufgenommen, in deren obere zwei Quer- und deren untere zwei Längs- und ein Querkugellager eingesetzt sind. In den Kugellagern läuft oben das über den Lagerbolzen (O3) greifende Zahnstück (0 4) und unten der als Abschluß dienende Deckel (O8) Zahnstück (O4) und Deckel (O8) werden auf den Lagerbolzen (O3) unter Beilegung je einer Scheibe (O5) durch je eine Kronenmutter (O6) gehalten, wobei das Zahnstück (O4) durch entsprechende Zapfen gegenüber Einsatzbuchse und damit Kardanring am Verdrehen gehindert wird.

 

O = Kardanring mit Panzerhaube

O1 = Ring

O2 = obere Einsatzbuchse

O3 = Lagerbolzen

O4 = Zahnstück

O5 = Scheibe

O6 = Kronenmutter

O7 = untere Einsatzbuchse

O8 = Deckel

O10 = Winkel

O11 = Leiste

O12 = Arm für Seitenrichtausgleicher (U)

O13 = Zurrhebel

 

 

Kardanring mit Panzerhaube

O1a = Lagerschale

O1b = Lagerauge zum Waffenbügel (P)

O1c = Anschlusswinkel für Höhenrichtausgleicher

O1d = Lagerbock für Zurrklinke (O14)

O1e = obere Rohrstütze

O1f = untere Rohrstütze

O1g = Rohrstützen

O14 = Zurrklinke

O15 = Schlitzverkleidung

O15a = Griff

O16 = Halteplatte

O17 = Fußplatte

O18 = Federfuß

Abb 8: HL 131, Kardanring mit Panzerhaube und Schlitzverkleidung

 

 

In der waagerechten Achse des Ringes (O1) befinden sich rechts und links zwei Lageraugen (O1b), in denen mit je einem Bolzen (P7, Abb.9) der Waffenbügel (P) aufgenommen wird.

Rechts am Ring (O1) sind über und unter dem Lagerauge (O1b) Anschluß winkel (O1c) für den Höhenrichtausgleicher (R, Abb.6) angeschweißt. Unter diesen befinden sich drei Rohrstützen (O1 e, O1 f u. O1g) zur Aufnahme der Gurtrollen Vor dem rechten Lagerauge (O1b) ist ferner in einem kleinen Lagerbock (O1d) die Zurrklinke (O14) mit dem Zurrhebel (O13) ouf einer Achse schwenkbar gelagert. Die Zurrklinke dient zur Zurrung des Waffenbügels, also der Höhenrichtachse. Zurrhebel (O13) und Zurrklinke (O14) sind mit der Achse verstiftet und werden in ein- und ausgerückter Stellung durch eine Kugel, die unter Wirkung einer Schraubendruckfeder steht, gehalten.

Der Ring (O1) besitzt ferner oben und links Anschlußflächen zur Befestigung der Visiereinrichtung (V).

Die Schießscharte der Panzerhaube wird in Zurrstellung des Gerätes mit einer oberen und einer unteren Schlitzverkleidung (O15) verschlossen. Beide sind einander gleich. Sie bestehen aus je einer zwischen einer Halteplatte (O16) und einer Fußplatte (O17) befestigten Plexiglasscheibe, die zur Handhabung mit je einem Griff (O15a) versehen ist. In die Fußstapfen (O17) sind ie zwei Federfüße (O18) eingesetzt, mit denen sich die Schlitzverkleidungen auf dem Waffenbügel abstützen. Mit ihren Halteplatten (O16) werden sie vor den Lagerschalen (O1a) im Kardanring festgelegt.

 

 

V1 = Rohrführung

V2 = Schelle

V3= Duz-Steuerung

V4 = Parallelgestänge

V5 = Führungsrohr

V6= Kardanstück

V7 = Zapfenschraube

V8= Visierhaltbock

V9 = Visierhalteplatte

V10 = Schwenkbolzen

V11 = Reflexvisier

V12 = Steuerstange

V15 = Schlittenführung

V16 = Rechendose

HL 131 Innenansicht

T = Waffengriff

P = Waffenbügel

P2 = Lagerarm für Kardanstück

S1 = Zuführermundstück

S4 = Riegel

R6 = Rollenkette

R = Höhenrichtausgleicher

R14 = Zurrbolzen

Abb 9: HL 131 mit MG 131, feuerbereit, etwa 45° Erhöhung, Innenansicht

 

 

 

Waffenstand von unten

Bild aus dem Waffenhandbuch der He 177 mit HL 131 von unten gesehen!


 

2. Waffenbügel (P)

Der aus Leichtmetall gefertigte Waffenbügel ist mit seinen beiden Enden auf den Bolzen (P7) schwenkbar in den Lageraugen (O1b) des Kardanringes (O) gelagert. Die von außen eingesetzten Bolzen (P7) werden innen mit je einer Seeger-Sicherung (P8) gehalten.

Der Waffenbügel (P) nimmt in seiner großen Mittelbohrung die Pufferung (Q, Abb. 7) und in dieser die Waffe auf. Die Pufferung (Q) ist von vorn eingesetzt und mit Hilfe zweier, durch Sicherungsbleche gesicherter Sechskantschrauben (P9, Abb. 7) mit dem Waffenbügel verschraubt.

Links von der Pufferung (Q) wirrt am Waffenbügel ein lagerarm (P12) mit Hilfe zweier, durch Sicherungsbleche gesicherter Sechskantschrauben (P3) befestigt. Er dient zusammen mit einem Lagerauge links im Waffenbügel zur Aufnahme des Kardanstücke (V6, Abb 9) der Visiereinrichtung. Der linke Arm des Bugels (P1) besitzt außerdem eine wannenartige Ausbuchtung um die Bewegung des Parallelgestänges der Visiereinrichtung nicht zu behindern.

Rechts neben der Pufferung besitzt der Bügel (P1) einen kleinen Halter (P5), auf dem der Gleitkontakt (P6) der elektrischen Zündung aufgenommen wird zur Halterung des zum Gleitkontakt führenden Kabels ist über dem Lagerarm (P2) eine Schelle (P4) angebracht. Das Kabel selbst führt nach dem Verteilerkasten der Visiereinrichtung.

Unter dem rechten Lager (P1a) des Bügels befindet sich ein Auge, an dem der Höhenrichtausgleicher bzw dessen Rollenkette (R6, Abb 9) angeschlossen wird. Außen ist vor dem rechten Lager eine Nut angebracht in welche die zur Zurrung des Bügels dienende Zurrklinke (O14 Abb 8) eingreift.

 

P1 = Bügel

P1a = Lager

P1b = Buchse

P2 = Lagerarm für Kardanstück (V6)

P3 = Sechskantschraube für Lagerarm (P2)

P4 = Schelle für Kabel

Waffenbuegel

P5 = Halter für Gleitkontakt (P6)

P6 = Gleitkontakt

P7 = Bolzen

P8 = Seeger Sicherung

Q1 = Pufferungsgehäuse

Q15 = Verriegelungsring

Q16 = Verriegelungskopf

Abb 10: HL 131 Waffenbügel

 

 

3. Pufferweg (Q) (Zchng. 19 a und Abb. 19 b)

Die Pufferung ist eine Zentralpufferung und nimmt die Waffe in ihrer Innenbuchse auf, wobei deren Rückstoß- und Vorlaufkräfte stark gedampft werden. Sie ist eine kombinierte Reibungs- und Federbremse.

Die Pufferungseinrichtung ist in dem Pufferungsgehäuse (Q1) aufgenommen, welches in die Buchse (P1b. Abb 10) des Waffenbügels eingesetzt wird. In dem feststehenden Pufferungsgehäuse (Q1) ist die vor- und rücklaufbewegliche Innenbuchse (Q 3) gelagert, und zwar vom in der in das Puffe-lungsgehäuse eingeschraubten Abschlussmutter (Q2) und hinten im Pufferungsgehäuse selbst. Durch einen von unten eingesetzten Keil (O14) wird die Innenbuchse gegen Verdrehen gesichert

Zwischen Innenbuchse und Pufferungsgehäuse ist die Pufferungseinrichtung wie folgt aufgenommen

Zwischen zwei äußere Bunde etwa in der Mitte der Innenbuchse, sind auf den Umfang verteilt zehn Schraubendruckfedern (Q12) eingesetzt, wobei vor und hinter diesen je zwei Halbringe (Q10) aufgenommen sind. Die Schraubendruckfedern (Q12) werden außen von einer zweiteiligen Buchse (Q 11) umschlossen, über die sie sich gegen das Pufferungsgehäuse abstützen. Die zweiteilige Buchse (Q11) wird gegenüber dem Pufferungsgehäuse durch einen Keil (Q13) gegen Verdrehen gesichert und vorn durch eine in das Pufferungsgehäuse eingeschraubte Ringmutter (Q9) geführt. Durch einen Gewindestift (Q22) wird die Ringmutter (Q12) gesichert

Zur Dämpfung der Federung ist im vorderen Teil des Pufferungsgehäuses eine Reibungsbremse eingebaut. Diese besteht aus sechs mit Bremsbelägen (Q 8a) versehenen Bremssegmenten (Q8), einem diese zusammenpressenden

Bremskegel (Q7) und achtzehn auf den Bremskegel wirkenden Schrauben druckfedern (Q6). Der Abstand der Bremssegmente (Q8) wird durch einen in die Ringmutter (Q9) eingesetzten Abstandring gehalten. Die Schraubendruckfedern (Q6) sind gleichmäßig auf den Umfang verteilt und zwischen einem vorderen (Q4) und einem hinteren Federkäfig (Q5) gelagert,- sie stützen sich vorn gegen die Abschlußmutter (Q2), die zur vorderen Führung der Innenbuchse dient. Die Abschlußmutter (Q2) schließt das Pufferungsgehäuse nach vom ab und wird durch einen Gewindestift (Q23) gesichert.

In der Innenbuchse (Q3) wird die Waffe gelagert und durch den Verriegelungsring (Q15) gehalten. Der Verriegelungsring (Q15) ist hinten in die Innenbuchse eingesetzt und wird seinerseits durch einen hinter ihm eingeschraubten Gewindering (Q20) drehbar geführt. Der Gewindering (Q20) ist ebenfalls durch einen Gewindestift (Q21) gesichert. Der Verriegelungsring (Q15) besitzt innen Bajonettkämme, die sich in verriegeltem Zustand hinter die des Waffengehäuses legen. Zur Betätigung des drehbaren Verriegelungsringes besitzt dieser einen nach hinten herausragenden Griffarm (Q15a), an dem auf einem Gewindebolzen (Q17) der Verriegelungsknopf (Q16) gelagert ist. Der Verriegelungsknopf (Q16) steht unter der Wirkung einer Schraubendruckfeder (Q19) und wird auf dem Gewindebolzen (Q17) durch eine Mutter (Q18) gehalten. Er greift in der offenen und verriegelten Stellung des Verriegelungsringes (Q15) in entsprechende Rasten des Gewinderinges (Q20) ein.

 

V11 = Reflexvisier

V10 = Schwenkbolzen

O9 = Fensterscheibe

O15 = Schlitzverkleidung

Q = Pufferung

Q16 = Verriegelungskopf

P6 = Gleitkontakt

Hl 131 ohne Waffe

R = Höhenrichtausgleicher

R6 = Rollenkette

R12 = Stellmutter

R3 = Führungsteller

R14 = Zurrbolzen

S13 = obere Umlenkrolle

S14 = untere Umlenkrolle

S15 = Gurtleitrolle

S16 = Gurtleitrolle

Abb 11: HL 131 ohne Waffe, Zurrstellung, Innenansicht

 

 

Die Wirkungsweise der Pufferung ist folgende:

Der durch den Schuß entstehende Rückstoß nimmt die mit der Waffe verbundene Innenbuchse (Q3) mit zurück und diese drückt mit ihrem vorderen Bund (Q3a) über die vorderen Halbringe (Q10) die Schraubendruckfedem (Q 12) zusammen, da sich diese hinten über die hinteren Halbringe (Q10) und die zweiteilige Buchse (Q11) gegen das Pufferungsgehäuse (Q1) abstützen. Die Schraubendruckfedern (Q12) speichern somit einen Teil der Rücklaufenergie auf und kehren diesen anschließend in den Vorlauf um. Der Rest der Rücklaufenergie wird durch die Bremssegmente (Q8) aufgezehrt. Durch die Schraubendruckfedem (Q6) üben die über den Bremskegel (Q7) mit ihren Bremsbelägen (Q8a) gegen die Innenbuchse (Q3) gepreßten Bremssegmente (Q8) bei Rück- und Vorlauf eine annähernd gleichbleibende Reibung aus.

Läuft die Waffe nach Umkehr in die Vorlaufbewegung über die Nullstellung hinaus vor, so werden die Schraubendruckfedem (Q12) zwischen dem hinteren Bund (Q3b) der Innenbuchse und der Ringmutter (Q9) wieder zusammengedrückt. Beim weiteren Vorlauf trifft die Innenbuchte (Q3) mit ihrem vorderen Bund (Q3a) auf die hintere Stirnseite der Bremssegmente (Q8) auf und preßt diese durch weiteres Hineindrücken in den Bremskegel zusätzlich zusammen, wodurch der Vorlauf restlos abgebremst wird.

Die zwischen dam Bremskegel (Q7) und der feststehenden Abschlußmutter (Q2) gelagerten kleinen Schraubendruckfedem (Q6) verhindern ein Festfressen der Bremssegmente (Q8) im Bremskegel und dämpfen zusammen mit den großen Schraubendruckfedern (Q12) die Schwingungen der Waffe.

 

 

P = Waffenbügel

V8 = Visierhaltebock

V11 = Reflexvisier

O = Kardanring mit Panzerhaube

HL 131 ohne Waffe

R6 = Rollenkette

O13 = Zurrhebel

R9 = Bolzen für Rollenkette

R14 = Zurrbolzen

S13 = obere Umlenkrolle

S14 = unter Umlenkrolle

Abb 12: HL 131 ohne Waffe, etwa 65° Erhöhung, Innenansicht von links, oberes Visier umgeklappt

 

 

 

4. Höhenrichtausgleicher (R)

Der Höhenrichtausgleicher (R) wirkt durch Federkraft dem Gewichts- und Winddruckmoment der Waffe in der Höhenrichtebene entgegen. Er ermöglicht dadurch ein zügiges Höhenrichten. Der Höhenrichtausgleicher (R) wird am Kardanring befestigt und steht über eine Rollenkette mit dem Waffenbügel in Verbindung.

In der Federhülse (R1) des Höhenrichtausgleichers (R) sind eine äußere und eine innere Schraubendruckfeder (R4 u. R5) eingesetzt, die sich oben gegen den Führungsteller (R3) abstützen Der Führungsteller (R3) greift mit seinen beiden Ansätzen in entsprechende seitliche Schlitze der Federhülse (R1) ein. Das untere Gegenlager der Schraubendruckfeder (R4 u. R5) bildet der mit der Rollenkette (R6) verbundene Federnder (R7). Die mit dem Federteller (R7) verbundene Rollenkette (R6) führt im Innern der Schraubendruckfedern nach oben aus der Federhülse heraus und läuft über das Kettenrad (R10) des Lagerkopfes (R1b). Eine auf dem Federteller (R7) liegende Buchse (R2) verhindert dabei eine Berührung der inneren Schraubendruckfeder (R4) mit der Rollenkette (R6). Die Rollenkette besitzt an ihrem oberen Ende ein Anschlußglied, in das ein Bolzen (R9) eingesetzt ist, der mit Hilfe einer Kronenmutter in dem entsprechenden Auge am rechten Ende des Waffenbügels befestigt wird.

Auf das obere Außengewinde der Federhülse sind zwei Stellmuttern (R12) aufgeschraubt, die als oberer Anschlag für die Ansätze des Führungstellers (R3) dienen und dadurch die Einstellung der Federspannung ermöglichen. Unten ist die Federhülse durch die aufgeschraubte Verschlußkappe (R8) abgeschlossen.

Auf das Mittelteil der Federhülse (R1) sind ferner zwei Schellen (R13 u. R 15) aufgeschoben. Die obere ist die Zurrschelle (R13), mit deren Hilfe der Kardanring im Flugzeug-Endspant nach der Seite gezurrt wird. Die Zurrschelle (R13) ist durch Eingreifen ihrer Befestigungsschrauben in eine entsprechende seitliche Nut der Federhülse (R1) unverdrehbar mit dieser verbunden. In den seitlichen Ansatz der Zurrschelle (R13) ist der Zurrbolzen (R14) eingesetzt, der unter der Wirkung einer Schraubendruckfeder noch außen gedrückt wird. Der zur Betätigung des Zurrbolzens (R14) dienende Griff läuft über eine Kurve in der Zurrschelle und wird dadurch in seinen beiden Endstellungen gesichert.

Die Befestigung des Höhenrichtausgleichers an den beiden Anschlußwinkeln (O1c auf Abb. 8) des Kardanringes erfolgt an der Lasche seines Lagerkopfes (R1b) und an seiner unteren Schelle (R15) durch je zwei Zylinder-schrauben (R11) mit Kronenmuttem.

 

 

R1 = Federhülse

R1a = Rast

R1b = Lagerkopf

R2 = Buchse

R3 = Führungsteller

R4 = Schraubendruckfeder

R5 = Schraubendruckfeder

R6 = Rollenkette

R7 = Federteller

R8 = Verschlußkappe

Hoehenrichtausgleicher

R9 = Bolzen Rollenkette (R6)

R10 = Kettenrad

R11 = Zylinderschraube

R12 = Stellmutter

R13 = Zurrschelle

R14 = Zurrbolzen

R15 = Schelle

Abb 13: HL 131 Höhenrichtausgleicher, zerlegt

 

 

5. Gurtführung (S)

Zur Zuführung des Vollgurtes in die Waffe dient das Zuführermundstück (S1), zum Ableiten des Leergurtes der Leergurtableiter (S15) und zum Ableiten der Leerhülsen der Hülsenableiter (S9). Die Führung des Patronengurtes zwischen Gurtförderer und Waffe erfolgt durch sechs Gurtrollen.

Das Zuführermundstück (S1) ist trichterartig ausgebildet und wird an der rechten Seite der Waffe an das Zuführer Unterteil angesetzt. Es wird durch einen seitlichen Riegel (S4), der durch eine Feder angedrückt wird, gehalten. Unten trägt das Zuführermundstück (S1) auf einem Splintbolzen drehbar ein Kugellager (S3), über welches der Gurt läuft, so daß die Reibung des Vollgurtet wesentlich verringert wird. Oben auf dem Zuführer-Mundstück (S1) ist eine federbelastete Klinke (S2) gelagert, die sich hinter das jeweilige Glied des Vollgurtes legt und dessen Herautgleiten verhindert.

 

S5 = Leergurtableiter

S6 = Lagerring

S7 = Haltehebel

S8 = Schieber

S9 = Hülsenableiter

S10 = mittleres Leitblech

 

Zufuehrungsstueck

S11 = unteres Leitblech

S12 = Sicherungsbolzen

S1 = Zuführungsstück

S2 = Klinke

S3 = Kugellager

S4 = Riegel

Abb 14: HL 131 Zuführungsmundstück, Leergurthalter und Hülsenableiter

 

 

Der Leergurtableiter (S5) ist ein Blechgehäuse, welches an der linken Waffenseite ebenfalls am Zuführer-Unterteil angebracht wird und hat die Aufgabe, den Gurt in seine einzelnen Glieder zu zerlegen und diese nach unten abzuleiten. Er besteht aut einem Lagerring und einem auf diesem drehbar gelagerten, trichterartigen Abieiter. Am Lagerring (S6) ist schwenkbar auf einem Zapfen der Haltehebel (S7) aufgenommen und durch einen Splint gehalten. Durch eine Verdrehungsfeder wird der Haltehebel (S7) nach außen geschwenkt, so daß er sich mit seiner Nase bei angesetztem Leergurtableiter hinter die entsprechende Führungsleiste am Zuführer-Unterteil legt.

(Bei älteren Ausführungen ist an der Außenseite des Ableiters schwenkbar ein Schieber (S8) angebracht, der eine seitliche Öffnung des Abieiters verschließt. Er wird in geschlossener Stellung durch eine Feder gehalten.) Die drehbare Ausführung des Leergurtableiters erlaubt bei großer Senkung der Waffe ein Nochschwenken, so daß die leeren Gurtglieder in jedem Falle int Freie abgeleitet werden können.

Der Hülsenableiter (S9) ist ebenfalls eine Blechkonstruktion und wird unter der Waffe angebrocht, so daß die noch unten ausgeworfenen Leerhülsen nach vom ebenfalls durch die Schießscharte der Panzerhaube ins Freie geleitet werden. Der Hülsenableiter (S9) besteht aus drei einzelnen Gliedern. Die zwei nach vom gewölbten Leitbleche (S10 u. S11) sind durch einen Siche-rungsbolzen (S12) schwenkbar miteinander verbunden. Der Sicherungsbolzen, der mit einer Feder ausgestattet ist und durch eine Kette mit dem Hülsenableiter unverlierbar verbunden ist, dient gleichzeitig zur vorderen Befestigung des Hülsenobleiters an der Waffe. Die hintere Aufnahme des Hülsenableiters an der Waffe erfolgt durch einen Haltebügel.

Die Führung des Patronengurtes zwischen Gurtförderer (W) und Waffe (siehe Abb. 15) erfolgt durch zwei Gurtleitrollen (S17 u. S 18, Abb. 15) und vier lafetten feste Gurtrollen (S13 bil S16, Abb. 7). Von letzteren werden die beiden Gurtleitrollen (S15 u. S16) auf der unteren Rohrstütze (O1f, Abb. 8) die untere Umlenkrolle (S14) auf dem Rohrstutzen (O1g) und die obere Umlenkrolle (S13) auf der oberen Rohrstütze (01e) des Kardanringes (O) gelagert. Die Gurtrollen ermöglichen «in« einwandfreie Einführung des Vollgurtes in die Waffe bei jeder Seiten- und Höhenrichtung und laufen sämtlich auf Kugellagern.

 

 

Gurtfuehrungsshema

W = Gurtförder

S16 = Gurtleitrolle

S17 = Gurtrolle

S16 = Gurtleitrolle

S1 = Zuführermundstück

P = Waffenbügel

Q =Pufferung

S13 = obere Umlenkrolle

S14 = untere Umlenkrolle

Abb 15: Gurtführungsschema

 

 

6. Waffengriff (T)

Der Waffengriff (T) wird am MG an der linken Seite in gleicher Weise wie die Spannvorrichtung befestigt. Er dient zur sicheren Handhabung der Waffe.

Das Anschlußstück des Waffengriffes bildet die Griffstütze (T1), in die schräg nach hinten der den Griff (T3) tragende Bolzen eingeschweißt ist. Der Griff (T3) ist auf diesem Bolzen durch eine Schraube (T4) befestigt. Die hintere Befestigung der Griffstütze (T1) an der Waffe erfolgt durch einen Splintbolzen (T2).

 

T1 = Griffstütze

T2 = Federbolzen

T3 = Griff

T4 = Schraube

Waffengriff

Abb 16: HL 131, Waffengriff

 

 

7. Seitenrichtausgleicher (U)

Der Seitenrichtausgleicher hat die Aufgabe, das beim Seitenrichten entstehende Winddruckmoment auszugleichen und arbeitet ebenfalls mit Federkraft.

Der Seitenrichtausgleicher wird flugzeugseitig geliefert, da er in der Zelle selbst aufgenommen wird. Das Drahtseil des Seitenrichtauigleichers, das nach unten aus dem Flugzeugrumpf hinausgeführt wird, wird an einem Hebel (U1, Abb. 7) unten an dem Arm (O12) des Kardanringes befestigt. Der Hebel (Ul) ist mit Hilfe zweier Befestigungsschrauben (U2) an dem Arm (O12) angeschraubt. Ein in einem Langloch des Hebels (U1) gleitender Bolzen (U3) dient zur Befestigung des Drahtseiles.

 

B. Visiereinrichtung VE 34

Die Visiereinrichtung VE 34 besteht aus der den ve-Vorhalt (Rückhaltewinkel der Waffe) ermittelnden Rechendose (V16) mit Gestänge und zwei Reflexvisieren Revi 25 A bzw. Revi 16 A (V11). Der ve-Schlitten (V13) (Flugzeug-Eigengeschwindigkeit) in der Führung (V15) auf der Rechendose (V16) wird durch ein Getriebe stets parallel zur Flugzeug-Längsachse gehalten, damit für jede Waffenstellung der Rückhaltewinkel zwischen Seelenachse und Visierlinie gebildet werden kann.

Die Schwankbewegungen des Kordanringes (O) werden im umgekehrten Drehsinn durch das Zahnstück (O4, s. Abb. 7) über die Duz-Steuerung (V3) auf die Rechendose (V16) übertragen, so daß die Rechendose jeweilig um den entsprechenden Winkel zurückgedreht wird. Die Übertragung durch die Duz-Steuerung (V3) erfolgt durch eine obere und eine untere Zahnstange, zwischen deren eine biegsame Schubstange gelagert ist. Die untere Zahnstange steht mit dem Ritzel der Antriebswelle der Rechendose (V16) in Eingriff, wodurch über ein Schraubenradpaar die Schlittenführung (V15) (Abb.18) mitgedreht wird. Die Rechendose (V16) ist an der linken Seite des Kardanringes (O) mit Hilfe dreier Kreuzlochschrauben befestigt, während die Duz-Steuerung (V3) in der Mitte durch eine Schelle (V2) gehaltert und oben in einer mit zwei Zylinderschrauben befestigten Rohrführung (V1) geführt ist. Eine an der Duz- Steuerung angebrachte Strichmarke dient zur Einstellung in der Rohrführung.

 

V1 = Rohrführung

V2 = Schelle

V3 = Duz-Steuerung

V9 = Visierhaltebock

V10 = Schwenkbolzen

V11 = Reflexvisier

V12 = Steuerstange

V16 = Rechendose

Visiereinrichtung V34

Abb 17:Visiereinrichtung VE 34, oberes Visier umgeklappt

 

 

Der in der Schlittenführung (V15) (Abb. 14) gelagerte Schlitten (V13), der stets parallel zur Flugzeug-Längsachse gehalten, also um den Anschlagwinkel (Winkel zwischen Seelenachse und Flugzeuglängsrichtung) zurückgedreht wird, wird mit Hilfe einer Rändelschraube (V14) verschoben. Durch eine Pfeilmarke sowie eine auf der Schlittenführung (V15) angebrachte Teilung wird die Einstellung der Flugzeug-Eigengeschwindigkeit ve ermöglicht.

Auf einem Kugelzapfen des Schlittens ist mit ihrem Kopf die Steuerstange (V12) gelagert, durch die die Bewegungen des Schlittens über das im Kardan-stück (V6, s. Abb. 9) gelagerte Führungsrohr (V5) mit Parallelgestänge (V4) auf den Visierhaltebock (V8) mit den beiden Reflexvisieren (V11) übertragen werden. Die Höhenrichtung wird durch das am Waffenbügel (P) gelagerte Kardanstück (V6) auf die Reflexvisiere übertragen. Das Kardanstück (V6) ist linkt in dem entsprechenden Lagerauge des Waffenbügels (P) und rechts in dem Lagerarm (P2) drehbar gelagert und führt in seinem Lagerkopf das Führungsrohr (V5) mit der Steuerstange (V12). Die in dem Führungsrohr (V5) gelagerte Steuerstange (V12) besitzt ein Langloch, in welches eine in den Lagerkopf des Kardanstückes(V6) eingeschraubte Zapfenichraube (V7) eingreift. Das Parallelgestänge (V4) bildet die vordere Verbindung des Führungsrohres mit dem Visierhaltebock (V8) und ist mit beiden durch einen Bolzen gelenkig verbunden.

 

 

V12 = Steuerstange

V13 = Schlitten

V14 = Rändelschraube

V15 = Schlittenführung

V16 = Rechendose

Rechendose

Abb 18: Visiereinrichtung VE 34, Rechendose mit Schlitten

 

 

Der Visierhaltebock (V8) wird auf dem Kardanstück (V6) getragen und ist mit diesem durch einen Bolzen, der mit einer Seeger-Sicherung gesichert ist, drehbar verbunden. An der Unterseite des Visierhaltebockes (V8) wird in hängender Anordnung das untere Reflexvisier (V11) befestigt und durch eine Zylinderschraube an der Rückseite gesichert. Das obere Reflexvisier wird auf der Visierhalteplatte (V9) befestigt, die mit Hilfe des Schwenkbolzens (V10) umlegbar auf dem Visierhaltebock (V8) gelagert ist. Die Visierhalteplatte ist mit dem Schwenkbolzen durch zwei Zylinderstifte unverdrehbar verbunden. Der Hebelarm des Schwenkbolzens besitzt zu seiner

Betätigung einen Griffknopf, in dem eine federbelastete Kugel gelagert ist. Diese springt in entsprechende Rasten am Viserhaltebock (V8) ein und sichert den Schwenkbolzen mit Visierhalteplatte und oberem Reflexvisier in aufgerichteter (Gefechts-) und umgelegter Stellung.

Am Visierhaltebock ist ein Verteilerkasten befestigt. über den der Strom für die Visierbeleuchtung sowie für die Abfeuerung zugeführt wird. Zu der Doppelsteckdose führt das in einen Metallschlauch geführte Anschlußkabel mit Stecker.

 

Die Wirkungsweise der Visiereinrichtung VC 34 ist folgende:

Verläßt das Geschoß den Lauf der Waffe schräg zur Flugrichtung (siehe Zeichnung 1), so hat es einmal durch den Druck der Pulvergase eine Geschwindigkeit in Richtung der Seelenachse erhalten. Außerdem ist ihm durch die Geschwindigkeit des Flugzeuges eine Bewegung in der Flugrichtung erteilt worden. Die Geschoßflugbahn verläuft demnach nicht in Richtung der Seelenachse, sondern wird infolge der Flugzeug Eigengeschwindigkeit ve seitlich abgelenkt, d.h. das Geschoß bewegt sich in Richtung der Resultierenden aus Geschoß-Anfangsgeschwindigkeit vo und Flugzeug-Eigengeschwindigkeit ve- Soll das Geschoß sein Ziel erreichen, so muß deshalb diese Ablenkung beim Visieren berücksichtigt werden, d.h. ist die Visierlinie auf das Ziel gerichtet, so muß die Waffe um einen entsprechenden Winkel zurückgehalten werden (Rückhaltewinkel). Die Größe des Rückhaltewinkels ist abhängig von dem jeweiligen Anschlagwinkel zur Flugrichtung, von der Größe der Geschoß-Anfangsgeschwindigkeit vo und der Eigengeschwindigkeit ve des Flugzeuges.

Beispiel (Zchng 1): Ein Geschoß mit vo - 800 m sec legt in 1/2 sec (unter Berücksichtigung des Luftwiderstandes) rund 140 m zurück. Gleichzeitig hat es durch die Flugzeug-Eigengeschwindigkeit ve - 360 km/h eine Versetzung von 17,5 m erhalten, da

VE : VO = 100 m sec : 800 m sec = 1/8

ist. Es hat daher nach 1/8 sec nicht den Punkt A. sondern den Punkt B erreicht. Soll demnach das Geschoß sein Ziel, auf dessen Verbindung mit der Waffenmündung Punkt B liegen möge, erreichen, so muß die Waffe um den Winkel y zurückgehalten werden.

Die größte Ablenkung der Geschosse ergibt sich bei einer Waffenschwenkung um etwa 75° bis 85° entgegen der Flugrichtung. Beim Schießen in oder entgegen der Flugrichtung ergibt sich keine Ablenkung, also auch kein Rückhaltewinkel.

 

Rueckhaltewinkel

Zeichnung 1: Entstehung des Rückhaltewinkel

 

 

Justierung der VC 34:

Die Visiereinrichtung VE 34 wurde bereits nach Einbau in das Flugzeug im Herstellerwerk durch Anschießen genau eingestellt. Bei der Truppe selbst kommt dies nur nach Ausführung größerer Reparaturen am Visier usw. in Betracht. Wird eine Waffe, die mit der Visiereinrichtung VE 34 einwandfreie Treffergebnisse hatte, gegen ein anderes MG ausgetauscht, so wird eine Justierung nach Punkt b) vorgenommen.

 

a. Justierung mit Anschießen

Das Flugzeug ist auf ungefähr +10° aufzubocken, um das obere Visier mit dem unteren in Einklang zu bringen, da unteres Visier nur für Tiefschuß vorgesehen ist. Dadurch wird das Flugzeug stark kopflastig! Die Einstellung der Visierlinie erfolgt mit Hilfe einer Anschießscheibe (Abb.19) auf 400 m Fleckschuß (Visierschuß). Dabei wird die Eigengeschwindigkeit ve auf Null gestellt.

Die Anschußscheibe wird in einer Entfernung — die 50, 100, 200, 300 oder 400 m betragen muß — aufgestellt, und zwar so, daß der in die Laufmündung des um 10° gesenkten und waagerecht liegenden MG 131 bis zum Anschlag eingeschobene Ziellinienprüfer (S) auf das Kreuz "Mündungswaagerechte" zeigt. Nach dem Einrichten der Scheibe ist der für diese Waffe bestimmte Ziellinienprüfpunkt auf der Anschießscheibe (mit dem Ziellinienprüfer) anzuzielen und die Waffe in dieser Stellung festzulegen. Die Visierlinie wird jetzt nach Seite und Höhe so justiert (siehe Punkt c), daß sie auf die untere Spitze des betreffenden Visierdreiecks der Anschießscheibe zeigt. Das Hilfsvisier ist auf denselben Punkt zu justieren.

Es werden nun 3 Schuß Einzelfeuer abgegeben und der mittlere Treffpunkt festgestellt, liegt dieser im Streukreis, so sind 7 Schuß im Dauerfeuer abzugeben. Liegt der mittlere Treffpunkt dieser Schüsse ebenfalls im Streukreis, so hat die Waffe den Anschuß erfüllt.

 

Justieren

Abb 19: Anschußscheibe

 

b. Justierung ohne Anschießen

(Bei Austausch einer Waffe, die in der VE 34 einwandfreie Treffergebnisse hatte.)

Das Flugzeug ist auf + 10° aufzubocken und das MG 131 in die Waage-rechte einzurichten.

Auf einer Scheibe, Hauswand o.ä (Entfernung nach Möglichkeit nicht unter 50 m) wird der Ziellinienprüfpunkt eines Laufes der bisher verwendeten Waffe sowie der Visierpunkt festgelegt. Hierauf wird der Waffenwechsel vorgenommen und der in den entsprechenden Lauf der Ersatzwaffe eingesetzte Ziellinienprüfer auf den vorher festgelegten Zieilinienprüfpunkt gerichtet. Etwaige Abweichungen des sich dabei ergebenden Visierpunktes gegen den vorher festgelegten werden durch Verstellen der Visierlinie noch Punkt c) beseitigt. Gegebenenfalls ist auch das Hilfsvisier nochzustellen.

Bei diesem Verfahren war das anschließendes Anschießen nicht unbedingt erforderlich. Es wurde jedoch empfohlen, wenn die Verhältnisse (Feldflugplatz, Zeit usw.) es zulassen, ein Anschießen doch vorzunehmen.

 

C. Gurtförderer GF1A

Der Gurtförderer GF 1 A besteht aus dam Getriebe mit Gurtfördermotor und dem mit dem Getriebe gelenkig verbundenen Ausgleicher.

Das Getriebe ist in dam Getriebegehäuse (W1) untergebracht und betätigt die Förderwelle (W5), die mit entsprechenden Sternscheiben zwischen die einzelnen Glieder des Patronengurtes greift. Die Förderwelle (W5) wird über ein Schneckenrad und eine Schneckenwelle mit Schnecke von dem Gurtförder-motor (W8) angetrieben. In dieses Getriebe greift ferner mit einem Ritzel der Vierkantzapfen für die Handkurbel (W7) ein. Das Getriebe wird durch den seitlichen Lagerdeckel (W 6) des Getriebegehäuses abgedeckt.

Das Getriebegehäuse (W1) ist in seinem Gurtteil oben durch die Klappe (W2) abgedeckt, die in geschlossener Stellung durch einen federbelasteten Riegel (W4) geholten wird. Eine an der Innenseite der Klappe (W2) angenietete Blattfeder (W3) drückt den Patronengurt gegen die Förderseile bzw. in deren Sternscheiben.

An der Auslaufseite des Getriebegehäuses (W1) ist mit einem Gelenkstift das Ausgleichergehäuse (W10) angeschlossen. In diesem wird der Gurt zunächst senkrecht nach unten geführt. Unten im Ausgleichergehäuse ist vorn und hinten je eine Führungsrolle (W13) und zwischen diesen auf der Kolbenstange (W12) die Schaltrolle (W11) gelagert. Der Patronengurt wird um die Schaltrolle (W11) wieder nach oben und schließlich über die Auslaufrolle (W 15) aus dem Ausgleicher heraus nach der Lafette geführt. Die Kolbenstange (W12) ist in dem Ausgleichergehäuse oben in einem Lager (W14) gefedert gelagert, so daß sie über die Schaltrolle (W11) beim Anziehen des Gurtes durch die Waffe nach oben gezogen wird. Die Schaltrolle (W11) bewegt dabei eine seitlich am Ausgleichergehäuse verschiebbar gelagerte Schaltstange, wobei diese den Impulsgeber (W9), der auf der gleichen Seite oben am Ausgleichergehäuse befestigt ist, betätigt. Der Impulsgeber (W9) schaltet dadurch über das Schütz im LSK 3 A den Gurtfördermotor (W8) ein, so daß der Gurt so lange gefördert wird, bis die Schaltrolle (W11) durch die Schraubendruckfeder der Kolbenstange wieder nach unten gedrückt werden kann.

Bei Ausfall des Motors kann der Patronengurt mit Hilfe der Handkurbel (W7) gefördert werden. Unter dem Ausgleichergehäuse (W10) wird flugzeugseitig ein Kasten angebracht, der beim Fördern von Hand das Einlegen einer größeren Gurtvorratsmenge ermöglicht. Die beiden unten am Ausgleichergehäuse gelagerten Führungsrollen (W13) gewährleisten dabei ein hemmungsfreies Durchlaufen des Gurtes durch den Ausgleicher. Die Handkurbel (W7) ist bei Nichtgebrauch am Gurtvorratskasten befestigt.

 

W1 = Getriebsgehäuse

W2 = Klappe

W4 = Riegel

W6 = Lagerdeckel

W10 = Ausgleichergehäuse

W11 = Schaltrolle

W13 = Führungsrolle

Gurtfoederer

Abb 20: HL 131 Gurtförderer GF 1A, Ansicht von links

W3 = Blattfeder

W5 = Förderwelle

W7 = Handkurbel

W8 = Gurdfördermotor

W12 = Kolbenstange

W14 = Lager

W15 = Auslaufrolle

GF 1A

Abb 21: HL 131 Gurtförderer GF 1A, Klappe geöffnet, Ansicht von oben

 

 

D. Elektrische Ausrüstung

 

1. Lafettenschaltkaslen LSK 3 A1) (Zchng. 2)

Dar Schaltkasten LSK 3 A (X1) wird an das Bordnetz angeschlossen und enthält ein Schaltschütz, zwei Selbstschalter sowie Kondensatoren.

Das Schaltschütz ist entstört. Es wird mit Hilfe des am Gurtförderer GF 1 A (W) angebrachten Impulsgebers (W9, Abb. 18) betätigt und schaltet dadurch den Gurtfördermotor (W8) ein.

Die Anschlüsse erfolgen über Reihensteckverteiler mit zugehörigen Reihendosen.


2. Lafettenschaltkasten LSK 2 A2) (Zchng. 2)

Der Schaltkasten LSK 2 A (X2) enthält den Zündumformer zur Erzeugung des Zündstromes sowie den Schalt-, Zähl- und Kontrollkasten mit Schußzähler und Sicherungsschalter. Der Zündstrom kann (bei Ausfall des Bordnetzes) auch über den zweipoligen Notbatterieschalter aus dem Waffenzündbatterie-Kasten entnommen werden.

Am Lafetten-Schaltkasten LSK 2 A ist ferner der Verdunkler angebracht, mit dem die Visierbeleuchtung eingeschaltet und geregelt werden kann.

Zündumformer und Visierbeleuchtung sind mit je einem Selbstschalter abgesichert.

Die Anschlüsse erfolgen über Reihensteckverteiler mit zugehörigen Reihendosen.

 

3. Waffenzündbatterie-Kasten WZBK 1A (Zchng. 2)

Der Waffenzündbatterie-Kasten (X3) enthält einen Sammler von 2,4 Volt und ist über einen Reihensteckverteiler an den Schaltkasten LSK 2A (X2) angeschlossen.

 

O = Kardanring mit Panzerhaube

W = Gurtförderer

W8 = Gurtfördermotor

X1 = Lafetten-Schaltkasten LSK 3A

X2 = Lafetten-Schaltkasten LSK 2A

X3 = Waffenzündbatteriekasten WZBK

Zeichnung 2: Elektrische Ausrüstung

 

 

4. Gurtförderer GF 1A (Zchng. 2)

Zur elektrischen Ausrüstung des Gurtförderers (W) gehören der Gurtfördermotor (W8), der Impulsgeber (W9, Abb.21) zum Einschalten desselben, sowie der Kontaktgeber für den Schußzähler im Schaltkasten LSK 2 A. Der Impulsgeber (W 9) ist ein entstörter Schalter.

Gurtfördermotor und Impulsgeber sind mit dem Schaltkasten LSK 3A und der Kontaktgeber mit dem Schaltkalten LSK 2A verbunden. Die Anschlüsse erfolgen Ober Reihensteckverteiler mit Reihendosen.

 

5. Lafette und Visiereinrichtung (Zchng. 2)

Der Strom für die elektrische Zündung wird von dem Zündumformer im Schaltkalten LSK 2A (X2) oder bei Aulfall desselben bei umgelegtem Not batterieschalter vom Waffenzündbatterie-Kasten (X3) entnommen. Für die Visierbeleuchtung wird der Strom ebenfalls vom Schaltkalten LSK 2A (X 2) zugeleitet, und zwar über den Verdunkler. Die Anschlüsse erfolgen über das in einem Metallschlauch geführte Anschlusskabel und den am Visierhaltebock befestigten Verteilerkalten.

 

 

07

He 177 V8 (SF+TC) Ansicht auf die Hecklafette HL 131

 

 

 

 

V. Bedienung HL 131

(Quelle; D. (Luft) T. 6247, Waffen-Handbuch 1941, Hecklafette 131 (mit VE 34 und GF1A))

 

A. Bedienung

 

1. Vor dem Start

LSK 2 A (X 2) und LSK3 A (X1) einschalten: Schwarze Knöpfe eindrücken. Sicherungsschalter (SS) auf „Sicher", Notschalter (NS) auf „Aus". Außenbordstromquelle anschließen. Visierbeleuchtung prüfen;

Sicherungsschalter (SS) auf „Feuer", Spannung am Gleitkontakt mit Prüf-lampe prüfen.

Notschalter (NS) auf „Ein", Spannung am Gleitkontakt mit Voltmeter messen (nicht unter 2,4 Volt). Notschalter (NS) auf „Aus". Sicherungsschalter (SS) auf "Sicher".

Gurt einlegen und in den Gurtförderer (W) einziehen. (Siehe Abschnitt F.) Gurtförderer (W) durch Ziehen am Gurt auf Funktion prüfen. Waffe einlegen (siehe Abschnitt F). Schußzähler einstellen.

 

2. Im Fluge

a. Schaltvorschrift

Visierbeleuchtung einschalten, Helligkeit mit Hilfe des Verdunklers am Schaltkasten LSK 2A (X 2) regeln.

Vor dem Schießen Sicherungsschalter auf „Feuer". Nach dem Schießen Sicherungsschalter (SS) auf „Sicher". Bei Ausfall des Bordnetzes Notschalter (NS) auf „Ein". Nach dem Schießen Notschalter (NS) auf „Aus", Sicherungsschalter (SS) auf „Sicher".

Bei Ausfall des Zündumformers: Vor dem Schießen Notschalter auf „Ein". Nach dem Schießen: Notschalter auf „Aus", Sicherungsschalter auf „Sicher".

b. Herausnehmen und Einsetzen der Schlitzverkleidung (Abb.8)

Die Schlitzverkleidungen (O15) werden an ihren Knöpfen nach der Mitte der Panzerhaube zu verschoben, wobei ihre Federfüße (O18) entgegen der Wirkung ihrer Schraubendruckfedern nach innen gedrückt werden. Die Schlitzverkleidungen werden dadurch an ihren äußeren Enden frei und können nach dem Waffengehäuse so herausgenommen werden.

Das Einsetzen der Schlitzverkleidung erfolgt sinngemäß. Der Schub muß dabei in Richtung der Federfüße erfolgen!

c. Entzurren und Zurren (Abb.8 und 11)

Das Entzurren der Seitenrichtachse erfolgt durch Einziehen des am Höhen richtausgleicher angebrachten Zurrbolzens (R14). Hierzu wird sein Griff nach unten gedrückt, so daß er über die Kurvenführung in die Zurrschelle (R12) hineingezogen wird. Der Zurrgriff wird in seiner untersten Stellung festgehalten, da er durch seine Schraubendruckfeder hinter der Kurvenwendung festgehalten wird.

Das Zurren nach der Seite erfolgt sinngemäß durch Hochschwenken des Griffes des Zurrbolzens, wenn dieser der Zurrbuchse im Flugzeugspant gegenübersteht.

d. Höhe (Abb.8)

Das Entzurren der Höhenrichtachse erfolgt mit Hilfe des rechts vor dem Höhenrichtausgleicher (R) am Kardanring gelagerten Zurrhebels (O13). Dieser wird nach außen gedruckt, wobei die Zurrklinke (O14) aus der Aussparung des Waffenbügels heraustritt und diesen freigibt. Der Zurrhebel wird in seiner ausgerückten Stellung durch eine federbelastete Kugel festgehalten.

Das Zurren des Waffenbügels erfolgt sinngemäß durch Herausschwenken des Zurrhebels (O13) bei 0° Höhenrichtung. Die Zurrklinke (O14) greift dabei in die entsprechende Aussparung des Waffenbügels ein, während der Zurrhebel wieder verrastet wird.

e. Umlegen des oberen Reflexvisiers (Abb.9)

Das obere Reflexvisier wird in seine aufgerichtete (Gefechts-) oder umgelegte Stellung durch Betätigung des Schwenkbolzens (V10) gebracht. Durch die im Griffknopf des Schwenkbolzens unter Federdruck gelagerte Kugel wird die Visierhalteplatte (V9) mit Reflexvisier in beider Stellungen selbsttätig verrastet.

f. Sichern und Entsichern der elektr. Zündung

Die elektr. Zündung wird durch Einschalten des neben dem Schußzähler befindlichen Sicherungsschalters (am Schaltkasten LSK 2A) entsichert Das Sichern erfolgt durch Ausschalten des Sicherungsschalters.

Bei Ausfall des Bordnetzes wird der zweipolige Notbatterieschalter umgeschaltet, so daß der Zündstrom aus dem Waffenzündbatterie-Kasten (X3) entnommen wird. Das Sichern erfolgt in diesem Fall durch Zurücklegen des Notbatterieschalters und Ausschalten des neben dem Schußzähler befindlichen Sicherungsschalters.

g. Zielanweisung

Visieren und das Zielen mit Reflex-Visieren auf feststehende und bewegte Ziele gelten die in der Schießvorschrift L. Dv. 4, Teil 4 für Schießen mit beweglichen Bordwaffen gegebenen Anweisungen.

Ferner wird auf die Bordschützen-Lehrfllme D. (Luft) T. 6950. Teil 1 und Beiheft dazu verwiesen.

h. Betätigung des Gurtförderers von Hand

Handbedienung des Gurtförderers (bei Ausfall des Motors) wird lediglich die Handkurbel (W7. Abb.21) auf den Vierkantzapfen des Getriebes aufgesetzt. Durch Rechtsdrehung derselben wird dann der Patronengurt aus dem Gurtkasten heraus noch der Waffe gefördert. Es wird zweckmäßig immer eine größere Menge Patronengurt gefördert und in den unter dem Ausgleicher befestigten Kasten eingelegt, da der Schütze nur soviel Munition verschießen kann, als jeweils zwischen Gurtförderer und Lafette Gurtvorrat vorhanden ist.

 

3. Vor der Landung

sichern und Reflexvisier abschalten !

 

 

Landung einer He 177

Anflug & Landung einer He 177

 

 

 

VI. Verpackung

A. Versandkasten HL 131

Die Hecklafette Hl 131 wurde im Versandkasten zum Versand abgepackt !

Die Auflistung der Hauptteile mit der dazugehörenden Anforderungszahl:

Hecklafette HL 131
Fl 204600
Gurttörderer GF 1 A
Fl 204420
Impulsgeber
Fl 204421
Lafettenschaltkasten LSK 2A
Fl 47390
LSK 3A
Fl 47391
Waffenzündbatteriekasten WZBK 1A
Fl 47420
Ersatzbatterie 2.4 NC 7
Fl 56500

 

 

 

 

VII. Bildarchiv

 

He 177 HL 131

He 177 mit HL 131

 

HL 131

He 177 mit Hecklafette HL 131

 

 

He 177 V8

He 177 V8 mit Hecklafette HL 131

 

 

Hl 131

 

 

He 177 A1

Eine der letzten He 177 A1 mit HL 131

 

 

 

VIII. Dokumente

 

 

 

6247

Waffen-Handbuch HL 131 Pdf Datei - Grösse 23 MB

 

 

Grundschaltplan

Grundschaltplan zur HL 131

 

 

Wirkungsplan

Wirkungsplan zur HL 131

 

 

He 177 Risszeichnung

Die Heinkel He He 177

 

 

 

 

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